Zuletzt aktualisiert: 20.08.2026
Case Study: Brandschutzlager von DENIOS für die Gefahrstofflagerung bei BASF in Ludwigshafen
Wie lässt sich die Lagerung verschiedenster Gefahrstoffe auf begrenzter Fläche sicher, regelkonform und zukunftssicher gestalten? Diese Case Study zeigt, wie BASF SE am Hauptstandort Ludwigshafen gemeinsam mit DENIOS ein umfassendes Großlagerkonzept für unterschiedlichste Gefahrstoffklassen realisiert hat. Das Praxisbeispiel gibt Einblick in die Planungstiefe, die technischen Anforderungen und die umgesetzte Lösung und liefert wertvolle Impulse für Unternehmen, die ähnliche Herausforderungen in der Gefahrstofflagerung bewältigen möchten.
Steckbrief: Das Unternehmen BASF SE
| Merkmal | Details |
|---|---|
| Name | BASF SE |
| Standort | Carl-Bosch-Straße 38, 67056 Ludwigshafen am Rhein |
| Gründung | 1865 |
| Rechtsform | Europäische Aktiengesellschaft (SE) |
| Firmenfläche / Produktion | 385 Produktionsstandorte weltweit |
| Geschäftsbereiche | Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care, Agricultural Solutions |
| Spezialisierungen / Leistungen | Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Chemikalien, Kunststoffen, Pflanzenschutzmitteln, Feinchemikalien und funktionalen Materialien für Kunden in nahezu allen Branchen weltweit |
Stand 22.06.2026
Herausforderung: Sichere Gefahrstofflagerung im größten Chemiewerk Europas
BASF SE verfügt als weltweit größter Chemiekonzern über langjährige Erfahrung im sicheren Umgang mit Gefahrstoffen und legt höchsten Wert auf Verantwortungsbewusstsein bei Handling und Lagerung. Am Hauptstandort Ludwigshafen kam es in der Vergangenheit zu einem Brand in einem Stahlbau-Großlager für Gefahrstoffe. Dank des vorbildlichen Meldewesens und des schnellen Eingreifens der Werkfeuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden.
Dieser Vorfall machte deutlich: Das bestehende Lagerkonzept entsprach nicht mehr den Anforderungen an ein modernes, zukunftssicheres Gefahrstofflager. Die Zielsetzung für das neu zu errichtende Großlager war klar definiert: maximale Sicherheit für Mitarbeitende, Umwelt und Anlage.
Die besondere Herausforderung bestand darin, auf einer begrenzten Grundfläche unterschiedlichste Lagerklassen in separate, voneinander unabhängige Brandabschnitte unterzubringen und dabei alle relevanten gesetzlichen und betrieblichen Anforderungen zu erfüllen.
Die zentrale Aufgabe: Sichere Gefahrstofflagerung auf begrenzter Fläche
BASF benötigte ein Lagerkonzept, das höchste Sicherheitsstandards mit einer effizienten Flächennutzung verbindet.
Zu den Kernanforderungen zählten:
Einhaltung aller relevanten Vorschriften zu Brandschutz (F 90 / REI 90), Brandmeldung und Löschtechnik
Konsequente Trennung verschiedener Lagerklassen in separate Brandabschnitte gemäß Zusammenlagerungsverboten
Sicherstellung des Gewässerschutzes durch geeignete Auffangräume mit Medienbeständigkeit
Umsetzung von Temperatursteuerung und Explosionsschutz (ATEX) je nach Lagerklasse
Abstimmung mit Werkfeuerwehr, Behörden, Betreibern und verantwortlichen Fachabteilungen
Zulassung der eingesetzten Systeme durch das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt)
Lösung: Maßgeschneidertes Gefahrstofflagerkonzept von DENIOS
Die Aufgabenstellung wurde mit einer DENIOS Brandschutz-F-90-Großanlage gelöst. Auf der zur Verfügung stehenden Grundfläche von ca. 20 × 22 Metern konnten neun separate F-90-Brandabschnitte (REI 90) optimal untergebracht werden. Jeder Abschnitt wurde vollständig und gleichwertig ausgestattet, um maximale Sicherheit und eine einheitliche Betriebsführung zu gewährleisten.
Die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin zugelassenen Systemlösungen der DENIOS AG wurden individuell an die BASF-Vorgaben angepasst. Neben einer separaten Löschmöglichkeit für jeden einzelnen Brandabschnitt umfasste die Ausstattung alle sicherheitsrelevanten Komponenten, die für die jeweilige Lagerklasse erforderlich sind.
Zentrale Bestandteile der umfangreichen Planungsarbeit waren:
Brandschutz nach F 90 / REI 90 (feuerbeständige Bauweise)
Brandmeldung und Löschtechnik mit separater Löschmöglichkeit je Abschnitt
Gewässerschutz durch medienbeständige Auffangräume
Temperatursteuerung für temperaturempfindliche Gefahrstoffe
Explosionsschutz (ATEX) in relevanten Bereichen
Zusammenlagerungsverbote als strukturierendes Planungsprinzip
Die Lösung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen den Ingenieuren der BASF SE, den Betreibern, der Werkfeuerwehr, den verantwortlichen Fachabteilungen, den zuständigen Behörden sowie den Ingenieuren von DENIOS.
Ergebnis: Neue Maßstäbe in der Gefahrstofflagerung
In enger Zusammenarbeit zwischen BASF SE und DENIOS wurde schnell eine wirtschaftliche, qualitativ hochwertige Lösung erarbeitet und umgesetzt, die allen Anforderungen der BASF gerecht wird.
Sicherheitsgewinn: Durch die neun separaten F-90-Brandabschnitte ist eine konsequente Trennung unterschiedlicher Gefahrstoffklassen gewährleistet. Brand- und Ausbreitungsrisiken werden auf ein Minimum reduziert. Mitarbeitende, Umwelt und Anlage sind durch die geprüfte und behördlich abgestimmte Lösung zuverlässig geschützt.
Effizienzsteigerung: Die optimale Nutzung der verfügbaren Grundfläche von ca. 440 m² mit neun vollständig ausgestatteten Brandabschnitten ermöglicht eine platzsparende, funktionale und wirtschaftliche Lagerung an zentraler Stelle im Werk.
Qualitative Effekte: Die Lösung erfüllt alle behördlichen Anforderungen und ist durch das DIBt zugelassen. Die enge Einbindung von Werkfeuerwehr, Fachabteilungen und Behörden in den Planungsprozess stärkt das Vertrauen in die Anlage und schafft eine belastbare Grundlage für den laufenden Betrieb.
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Von BASF lernen und selbst profitieren
Das Praxisbeispiel der BASF SE zeigt, wie sich auch komplexe Anforderungen an die Gefahrstofflagerung strukturiert und sicher lösen lassen, selbst wenn verschiedenste Lagerklassen auf begrenzter Fläche untergebracht werden müssen.
Für Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen lassen sich folgende Erkenntnisse ableiten:
Frühzeitige Planung zahlt sich aus: Die Einbindung aller relevanten Stellen, also Betreiber, Werkfeuerwehr, Behörden und Fachplaner, von Beginn an spart Zeit und vermeidet kostspielige Nachbesserungen.
Systemlösungen statt Einzelmaßnahmen: Ein ganzheitliches Konzept, das Brandschutz, Löschtechnik, Gewässerschutz, Temperatursteuerung und Explosionsschutz integriert, ist nachhaltiger und wirtschaftlicher als das Zusammenstellen einzelner Komponenten.
Zulassungen und Normen kennen: Systeme mit DIBt-Zulassung bieten Planungssicherheit und erleichtern die Abstimmung mit Behörden erheblich.
Zusammenlagerungsverbote konsequent umsetzen: Die strikte Trennung von Gefahrstoffklassen in separate Brandabschnitte ist nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern entscheidend für die Sicherheit im Ernstfall.