Aktualisiert am: 20.08.2026
Case Study: Explosionsgeschützte Edelstahl-Kühlkammer für die chemische Industrie
Die sichere Lagerung temperaturempfindlicher Substanzen stellt die chemische Industrie vor besondere technische und sicherheitsrelevante Herausforderungen. Insbesondere wenn niedrige Temperaturen, Explosionsschutz und der Umgang mit korrosiven Medien zusammenkommen, müssen Kühltechnik, Lagerausstattung und Sicherheitstechnik ganzheitlich aufeinander abgestimmt werden.
Herausforderung: Sichere Lagerung unter extremen Bedingungen
Ein international tätiger Kunde aus der chemischen Industrie stand vor der Herausforderung, eine geeignete Lösung für die Lagerung temperaturempfindlicher Substanzen zu finden, die eine konstante Temperatur von -10 °C sicherstellt. Die Kühlkammern sollten in einem explosionsgeschützten Bereich (Ex II 2 G / - IIB T4X gemäß der ATEX-RL 2014/34/EU) installiert werden und strenge Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Langlebigkeit erfüllen.
Die Projektanforderungen basierten auf einer umfassenden Gefährdungsbeurteilung des Kunden.
Die zentrale Aufgabe: Sichere Kühlung unter explosionsgeschützten Bedingungen
Dabei wurden folgende Risiken identifiziert:
Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
Korrosionsgefahr durch aggressive Medien
Potenzielle Zündquellen durch elektrostatische Aufladung
Diese Faktoren machten eine explosionsgeschützte sowie korrosionsresistente Ausführung aller Systemkomponenten zwingend erforderlich.
Lösung: Maßgeschneiderte Kühlkammer mit integriertem Explosionsschutz
Ursprünglich prüfte der Kunde den Bau einer eigenen Kühlvorrichtung. Diese Option wurde aufgrund des hohen Planungsaufwands, der langen Realisierungszeit sowie erheblicher Investitionskosten verworfen. Die Entscheidung fiel auf eine modulare, vorgefertigte Lösung – umgesetzt in enger Zusammenarbeit mit DENIOS als erfahrenem Umsetzungspartner, der die anspruchsvollen Anforderungen an Sicherheit, Qualität und technisches Fachwissen zuverlässig erfüllen konnte.
Robuste und langlebige Konstruktion aus Edelstahl
Die Kühlkammer ist auf eine Lagerkapazität von bis zu 12 IBC auf Schwerlastregalen mit zwei Ebenen ausgelegt. Gitterroste dienen als Stellfläche und leiten mögliche Leckagen sicher in die Auffangwanne im Bodenbereich, wo sie zurückgehalten werden, um ein unkontrolliertes Austreten in die Umwelt zu verhindern. Die Rahmenkonstruktion und Innenverkleidung bestehen aus Edelstahl (304 / 1.4301), der eine hohe chemische Beständigkeit sowie Korrosionsresistenz sicherstellt. Die Kühlkammer ist mit drei doppelflügeligen Türen (Format 3.000 x 3.000 mm) ausgestattet und bildet einen durchgängigen Lagerbereich. Für die thermische Isolierung sorgt eine 150 mm starke Schicht aus Polyurethan (PU)-Hartschaum, die nach dem chinesischen Standard GB 8624-2012 als schwer entflammbar (B1) klassifiziert ist.
Explosionsschutz nach höchsten Standards
Aufgrund der Installation in einem explosionsgefährdeten Bereich wurde die gesamte Anlage gemäß den Anforderungen an Zone IIB T4 ausgeführt. Antistatische Maßnahmen an allen relevanten Komponenten sowie der Einsatz explosionsgeschützter elektrischer Betriebsmittel stellen die normgerechte Sicherheit sicher.
Effiziente Kältetechnik für konstante Temperaturverteilung
Die Kälteversorgung wird über zwei redundante, explosionsgeschützte Kälteanlagen gewährleistet, die eine zuverlässige Temperaturverteilung im Bereich von 0 bis -10 °C sicherstellen. Die Geräte laufen im Wechsel, um eine möglichst lange Lebensdauer zu erzielen. Wird die Zieltemperatur erreicht, schaltet die Kühlung automatisch in den Standby-Modus. Die Luftzirkulation sorgt weiterhin im gesamten Innenraum für eine gleichmäßige Temperaturverteilung. Drei explosionsgeschützte Temperaturfühler erfassen die Temperatur in Echtzeit. Bei Grenzwertüberschreitung schalten die Geräte automatisch wieder in den aktiven Betrieb zurück und sorgen für eine konstante Kühlung.
Kabelmanagement für erhöhte Betriebssicherheit
Alle elektrischen Leitungen sind strategisch an der Rückseite und den Seitenwänden der Anlage verlegt, um sie vor den extremen Kälteeinflüssen im Innenraum zu schützen. Diese Anordnung minimiert thermische Belastungen, verhindert Materialermüdung und erhöht die Betriebssicherheit.
Durchdachtes Türkonzept mit integriertem Luftschleier
Die Türen verfügen über ein spezielles Kühlraumtürschloss mit hoher Dichtigkeit und Notentriegelung von innen. Die Öffnung und Schließung erfolgen manuell, wobei sich der elektromagnetische Türverschluss nach dem Öffnen automatisch positioniert. Beim Öffnen wird automatisch ein Luftschleier aktiviert, der das Eindringen warmer Umgebungsluft reduziert und beim Schließen mit kurzer Verzögerung abschaltet. Bleibt die Tür länger offen als zulässig, wird ein optisch-akustischer Alarm ausgelöst.
Kombiniertes Alarmsystem zur Überwachung aller Betriebszustände
Zur betrieblichen Überwachung ist ein kombiniertes Alarmsystem integriert, das einen Temperaturalarm bei Abweichung vom Sollbereich, einen Fehleralarm bei Störungen elektrischer Komponenten sowie einen Türalarm bei überlanger Offenstellung umfasst. Alle Alarmfunktionen sind visuell und akustisch ausgeführt und erhöhen die Betriebssicherheit erheblich.
Ergebnis: Regelkonform, effizient und zukunftsfähig realisiert
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie durch die enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner wie DENIOS auch anspruchsvollste Anforderungen im Bereich explosionsgeschützter Kälte- und Lagertechnik sicher, effizient und regelkonform umgesetzt werden können. Die Kombination aus branchenspezifischem Know-how, technischer Präzision und maßgeschneiderter Fertigung ermöglichte die punktgenaue Realisierung der Kundenanforderungen – innerhalb des vereinbarten Zeit- und Budgetrahmens. Die entwickelte Lösung stellt eine zukunftsfähige Referenz für ähnliche Anwendungen in nahezu allen Industriebereichen dar.
- Sicherheitsgewinn: Alle identifizierten Risiken – explosionsfähige Atmosphäre, Korrosionsgefahr und elektrostatische Zündquellen – wurden durch die gewählte Systemlösung konsequent adressiert. Die Ausführung nach Zone IIB T4 sowie antistatische Maßnahmen an allen Komponenten stellen den sicheren Betrieb im explosionsgefährdeten Bereich zuverlässig sicher.
- Effizienzsteigerung: Die modulare, vorgefertigte Lösung ermöglichte eine deutlich schnellere Realisierung im Vergleich zu einer Eigenentwicklung. Die automatische Temperaturregelung mit Standby-Funktion reduziert den Energieverbrauch und gewährleistet gleichzeitig eine konstante Lagerqualität.
- Qualitative Effekte: Die entwickelte Lösung stellt eine zukunftsfähige Referenz für ähnliche Anwendungen in der chemischen Industrie und verwandten Branchen dar. Die Realisierung erfolgte innerhalb des vereinbarten Zeit- und Budgetrahmens.
Von diesem Praxisbeispiel lernen – und selbst profitieren
Das Praxisbeispiel zeigt eindrucksvoll, wie durch die enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner wie DENIOS auch anspruchsvollste Anforderungen im Bereich explosionsgeschützter Kälte- und Lagertechnik sicher, effizient und regelkonform umgesetzt werden können.
Auch andere Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen können davon profitieren: Frühzeitige Planung, passende Ausstattung und die Berücksichtigung relevanter Vorschriften – insbesondere ATEX-Anforderungen und branchenspezifischer Normen – sind entscheidend. So lassen sich nicht nur gesetzliche Anforderungen zuverlässig erfüllen, sondern auch Investitionskosten und Realisierungszeiten deutlich reduzieren.