Sicherer Umgang mit Gasflaschen

In vielen Betrieben werden täglich Gasflaschen verwendet. Oft unterliegen wir dem Trugschluss, dass ihr Einsatz ungefährlich ist, da im privaten Bereich jeder Laie Gasflaschen nutzen darf, ohne Sicherheitskenntnisse nachweisen zu müssen. Jedoch ist in jedem einzelnen Anwendungsfall Vorsicht geboten – denn Fehler bei der Handhabung von Gasflaschen können verheerende Folgen haben. Daher sollten Sie sich im betrieblichen Alltag an einige Sicherheitsvorschriften im Umgang mit Gasflaschen halten und auch Ihre Mitarbeiter dafür sensibilisieren. In unserem Praxisratgeber geben wir Ihnen einige hilfreiche Tipps an die Hand. Noch mehr fundiertes Fachwissen – vor Ort in Ihrem Unternehmen und individuell auf Ihre betriebliche Situation zugeschnitten – bietet Ihnen die Praxis-Schulung "Sicherer Umgang mit technischen Gasen" der DENIOS Akademie.

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Welche Vorschriften gelten für Tätigkeiten mit Gasen?

Welche Vorschriften gelten für Tätigkeiten mit Gasen?

Gasflaschen gehören zu den ortsbeweglichen Druckgasbehältern und kommen in zahlreichen Branchen zum Einsatz. Zum Beispiel beim Schweißen in Werkstätten, bei Arbeiten im Labor oder als Kältemittel bei Kühl- und Gefrieranwendungen. So vielfältig wie die Anwendungsgebiete von Gasflaschen sind auch die Regelwerke, die sich mit ihrer sicheren Handhabung beschäftigen.

Für den Umgang mit Gasen und Druckgasbehältern gibt es in Deutschland zahlreiche staatliche und berufsgenossenschaftliche Sicherheitsvorschriften. Diese enthalten Anforderungen an die Beschaffenheit von Druckgasbehältern und deren Prüfung, Vorschriften zur Gefährdungsbeurteilung sowie Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten mit Gasen, für deren Lagerung und den Transport. All diese Regelwerke bilden die Rahmenbedingungen für einen sicheren Umgang mit Gasen im gewerblichen Umfeld.

Eine Übersicht der wichtigsten Regelwerke, die den Bereich „Tätigkeiten mit Gasen“ berühren und entsprechende Vorgaben und Schutzmaßnahmen enthalten, finden Sie in der folgenden Tabelle (in alphabetischer Sortierung):

Regelwerk Inhalt
ADR Vorschriften und Mengen-Freigrenzen für die Beförderung von Gasflaschen mit Fahrzeugen auf der Straße
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) Schutzmaßnahmen für Beschäftigte bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen
Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) Verordnung über die Bereitstellung von einfachen Druckbehältern auf dem Markt (6. ProdSV)
TRBS 1201 Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen
TRBS 2141 Ermittlung und Bewertung von Gefährdungen durch Dampf und Druck sowie entsprechende Schutzmaßnahmen
TRBS 2152 / TRGS 720, 721, 722 Erkennen und Vermeiden von Explosionsgefährdungen durch Stoffe, die explosionsfähige Atmosphäre bilden können
TRBS 3145 / TRGS 745 Ortsbewegliche Druckgasbehälter – Füllen, Bereithalten, innerbetriebliche Beförderung, Entleeren
TRBS 3146 / TRGS 746 Regelungen für ortsfeste Druckanlagen für Gase
TRBS 3151 / TRGS 751 Vermeidung von Brand-, Explosions- und Druckgefährdungen an Tankstellen und Füllanlagen zur Befüllung von Landfahrzeugen
TRGS 407 Gefährdungsbeurteilungen für Tätigkeiten mit Gasen
TRGS 500 Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Gefahrstoffen
TRGS 510 Lagern von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern
TRGS 512 Besondere Vorschriften und Schutzmaßnahmen bei Begasungen
TRGS 513 Besondere Vorschriften und Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten an Sterilisatoren mit Ethylenoxid und Formaldehyd
TRGS 522 Besondere Vorschriften und Schutzmaßnahmen für Raumdesinfektionen mit Formaldehyd
TRGS 525 Umgang mit Gefahrstoffen in Einrichtungen zur humanmedizinischen Versorgung
TRGS 526 Besondere Vorschriften und Schutzmaßnahmen für Tätigkeiten in Laboratorien
TRGS 528 Besondere Vorschriften und Schutzmaßnahmen für schweißtechnische Arbeiten
TRGS 529 Tätigkeiten bei der Herstellung von Biogas
TRGS 725 Mess-, Steuer- und Regeleinrichtungen im Rahmen von Explosionsschutzmaßnahmen
TRGS 800 Brandschutzmaßnahmen

Welche Gefahren birgt der Umgang mit Gasen?

Gefahren

Der Umgang mit Gasen birgt viele Gefahren – aber mit dem richtigen Wissen lassen sich Risiken effektiv minimieren. Personen, die im betrieblichen Alltag mit Gasen arbeiten, sollten daher für die unterschiedlichen Gefahrenquellen sensibilisiert werden.

Gase sind äußerst vielseitige Stoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Während von entzündlichen Gasen das Risiko einer Explosion ausgeht, sind brandfördernde Gase zwar selbst nicht entzündlich, fördern aber die Verbrennung anderer Stoffe. Darüber hinaus gibt es gesundheitsschädliche, gesundheitsgefährdende, giftige und hautkorrosive Gase, von denen vor allem Gesundheitsgefahren für die Mitarbeiter ausgehen. Zudem verringern Gase (alle außer Sauerstoff selbst) den Sauerstoffgehalt in geschlossenen und engen Räumen und können anwesende Personen durch Sauerstoffmangel gefährden.

Es ist wichtig, Gefahren durch Gase immer im Einzelfall zu beurteilen. Eine Hilfestellung zur Herangehensweise an eine Gefährdungsbeurteilung von Gasen geben wir Ihnen im Folgenden an die Hand.


Was ist bei der Gefährdungsbeurteilung für Gase zu beachten?

Die Gefährdungsbeurteilung ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Nach dem Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und der Unfallverhütungsvorschrift „Grundsätze der Prävention“ (BGR A1 bzw. GUV-V A1) sind alle Arbeitgeber – unabhängig von der Anzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – dazu verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen.

§ 5 ArbSchG regelt die Pflicht des Arbeitgebers zur Ermittlung und Beurteilung der Gefährdungen und konkretisiert mögliche Gefahrenursachen und Gegenstände der Gefährdungsbeurteilung. § 6 verpflichtet Arbeitgeber, das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von ihm festgelegten Arbeitsschutzmaßnahmen und das Ergebnis ihrer Überprüfung zu dokumentieren.

Wer führt die Gefährdungsbeurteilung für Gase durch?

Die Gefährdungsbeurteilung muss von einer fachkundigen Person durchgeführt werden. Diese hat ausreichende Kenntnisse über die gefährlichen Eigenschaften der verwendeten Gefahrstoffe und ist mit den Arbeitsabläufen und den auszuübenden Tätigkeiten vertraut. Sie kennt die Vorschriften, kann die Arbeitsbedingungen beurteilen und die festgelegten Schutzmaßnahmen während einer Tätigkeit bewerten. In der betrieblichen Praxis wird diese Aufgabe in aller Regel von Sicherheits-, Abfall-, Gefahrgut- und Brandschutzbeauftragten übernommen. Doch im Hinblick auf die Lagerung und den Umgang mit Gasen, fällt es vielen dieser Verantwortlichen schwer, die Situation korrekt zu beurteilen.

Grundsätzliche Definitionen nach TRGS 407

In der TRGS 407 finden sich zahlreiche spezielle Vorgaben zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für Gase. Grundsätzlich ist die TRGS 407 „Gefährdungsbeurteilungen für Gase“ eine Ergänzung zur TRGS 400 „Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen“. Allerdings enthält sie einige für die Beurteilung von Gasen wichtige Definitionen wie z. B.:


Gase im Sinne der TRGS 407 und gemäß CLP-Verordnung sowie Gefahrgutrecht sind Stoffe oder Gemische/Zubereitungen, die

  1. bei 50 °C einen Dampfdruck von 300 kPa (3 bar) haben oder
  2. bei 20 °C und einem Standarddruck von 101,3 kPa vollständig gasförmig sind

Gase sind, bezogen auf den Zustand nach Austritt, d. h. bei der jeweiligen Temperatur des Gases und dem Druck der Umgebungsatmosphäre,

  1. schwerer als Luft, wenn ihre Dichte > 1,3 kg/m3 ist
  2. gleich schwer wie Luft, wenn ihre Dichte ≤ 1,3 kg/m3 und ≥ 1,2 kg/m3 ist bzw.
  3. leichter als Luft, wenn ihre Dichte < 1,2 kg/m3 ist.

In der TRGS 407 wird der Begriff "Gas" im Sinne von "Gas und Gasgemisch" verwendet, andernfalls wird explizit darauf hingewiesen, z. B. durch die Verwendung des Begriffs "reines Gas" oder die alleinige Verwendung des Begriffs "Gasgemisch".

Tiefgekühlt verflüssigte Gase sind Gase, deren flüssiger Zustand durch Kühlung, Verdampfung oder Wärmedämmung bei einer Temperatur gehalten wird, die unter der Temperatur der Umgebung liegt.

Gasgemische sind Gemische, die der Definition für Gase der CLP-Verordnung entsprechen und die aus zwei oder mehreren Gasen oder ggf. auch Flüssigkeiten bestehen. Sie haben bei 50 °C einen Dampfdruck von mehr als 300 kPa (absolut) oder sind bei 20 °C und einem Standarddruck von 101,3 kPa vollständig gasförmig. Sie können auch einen oder mehrere kondensierbare Stoffe enthalten. Als kondensierbar gilt dabei jedes Gas mit einer kritischen Temperatur Tk ≥ - 50 °C und jede Flüssigkeit.

Druckgasbehälter sind Druckbehälter für Gase, unabhängig vom Druck. Zum Druckgasbehälter gehören die Ausrüstungsteile, die dessen Sicherheit beeinflussen können. Es werden ortsbewegliche und ortsfeste Druckgasbehälter unterschieden.

Druckanlagen im Sinne dieser TRGS sind Druckanlagen gemäß TRBS 2141, soweit sie für Gase bestimmt sind.

 

 

Gefährdungsbeurteilung von Gasen – das ist zu beachten

Als erstes gilt es, die für die Gefährdungsbeurteilung wichtigen gefährlichen Eigenschaften der Gase zu erkennen, die in Ihrem Betrieb eingesetzt werden. Daher sollten Sie zunächst einen gründlichen Blick in das Sicherheitsdatenblatt werfen – denn hier sind die gefährlichen Eigenschaften ersichtlich. Zusätzlich sind die einzelnen Gasflaschen seit 1. Juli 2006 mit der entsprechenden Kennzeichnung nach DIN EN 1089-3 versehen.

Zusätzliche Hilfestellung kann auch die Farbgebung der Gasflaschen selbst geben (mehr Informationen zur Kennzeichnung von Gasflaschen finden Sie im Folgenden). Allerdings dient diese farbliche Kennzeichnung ausschließlich als Hilfestellung und ist nicht verbindlich! Zusätzlich müssen weitere Faktoren berücksichtigt werden, da der Umgang mit Gasen und Gasflaschen auch von folgenden Einflüssen beeinträchtigt werden kann:

  • Explosionsgrenzen (OEG/UEG können bei erhöhter Temperatur/Druck verschoben werden)

  • Temperatur (kann zu Druckerhöhung im Druckgasbehälter führen)

  • Chemische Eigenschaften (z.B. Instabilität)

  • Selbstentzündlichkeit (erhöhte Brand-/Explosionsgefahr)

  • Korrosion (z.B. Schwefeldioxid, kann Behälter angreifen)

  • Giftige Gase (z.B. Chlor)

  • Erstickungsgefahr

  • Gase schwerer als „Luft“ (können sich in Bodennähe sammeln)

  • Polymerisation

Dabei ist zu beachten, dass die Gefahren beim Umgang mit Gasen so vielfältig auftreten, dass an dieser Stelle nur einige der Einflüsse angegeben werden können. Eine genaue Analyse der Gefährdungen durch das zu beurteilende Gas müssen im Einzelfall vorgenommen werden.

Nachdem nun die Gefährdung durch das verwendete Gas analysiert und bewertet wurde, muss die Handhabung betrachtet werden. Dies schließt u.a. den innerbetrieblichen Transport und die Verarbeitung/Handhabung durch die Mitarbeiter mit ein. Die folgenden Situationen beschreiben exemplarisch besondere Gefährdungen:

  • Unbeabsichtigte Freisetzung (z. B. undichte Anschlüsse an Armaturen)

  • Mischen von Gasen (z. B. bei Schweißarbeiten mit Acetylen/Sauerstoff)

  • Äußerliche Einwirkung auf den Druckgasbehälter (z. B. Umfallen)

  • Unsachgemäße Wartung (z. B. Druckregler an der Armatur defekt)

  • Abweichung vom vorgeschriebenen Einsatzzweck

Wichtig: Es ist nicht möglich, eine „Standard-Gefährdungsbeurteilung“ für alle Gase zu erstellen. Jedes Gas muss einzeln betrachtet und entsprechend den Gefährdungen, die sich daraus ergeben, bewertet werden. Eine Ursachenbetrachtung kann hier weitere Unterstützung bieten. Zusätzlich sollten bei der Gefährdungsbeurteilung von Gasen die Techniker, Anwender oder Bediener mit einbezogen werden um evtl. Sichtweisen auf Gefährdungen zu erhalten, die vorher für den Ersteller der Gefährdungsbeurteilung nicht ersichtlich waren.


Kennzeichnung von Gasflaschen

Egal ob als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung oder unmittelbar vor dem Gebrauch: Für den Anwender ist es essentiell zu wissen, was genau sich in einer Gasflasche befindet. Die wichtigste Informationsquelle ist hier der auf der Gasflasche angebrachte Gefahrgutaufkleber. Er enthält alle notwendigen Informationen zu den Stoffeigenschaften des enthaltenen Gases wie zum Beispiel die UN-Nummer und die genaue Bezeichnung des Stoffes, Informationen zu seiner Zusammensetzung, Angaben des Herstellers sowie Gefahren- und Sicherheitshinweise.

Aber auch die Farbe der Gasflasche selbst liefert erste Hinweise auf ihren Inhalt – und ist bereits erkennbar, wenn der Gefahrgutaufkleber aus großer Entfernung noch nicht lesbar ist. Die Kennzeichnung von Gasflaschen wird seit 1997 durch die EN 1089 geregelt. Diese gibt unter anderem auch eine einheitliche Farbgebung vor (EN 1089-3), welche als zusätzliche Information über die Eigenschaften der enthaltenen Gase dient. Eine Übersicht liefern Ihnen unsere Infografiken (siehe im Folgenden Tafel 1 bis 4).

Kennzeichnung

Achtung: Die Farbcodierung nach EN 1089-3 bezieht sich lediglich auf die Flaschenschulter, nicht auf die Mantelfarbe. Die Norm gilt nicht für Bündel- und Trailerflaschen sowie für Feuerlöscher und Gasflaschen für Flüssiggas. Während der Übergangszeit bis Ende des Jahres 2006 wurde zusätzlich auf den Flaschen ein großes "N" aufgedruckt (= Neu, New, Nouveau), um Verwechslungen mit alten Flaschen zu vermeiden.

Die Flaschenfarbe ersetzt nicht den Gefahrgutaufkleber! Dieser ist die einzig verbindliche Kennzeichnung des Flascheninhaltes.


Wie können Gasflaschen sicher gelagert werden?

Lagern oder Bereitstellen: Achten Sie auf die Unterschiede! In vielen Betrieben müssen Gasflaschen bevorratet werden, um eine kontinuierliche Versorgung zu gewährleisten. Wenn Druckgasbehälter in Vorrat gehalten werden, so gilt dies als Lagerung.

Wenn Sie gefüllte Gasflaschen...

... zum baldigen Anschluss an der Entnahmeeinrichtung (insofern dies für den Fortgang der Arbeiten erforderlich ist),
... an Arbeitsplätzen für den Handgebrauch,
... auf Verladerampen oder -flächen zum baldigen Abtransport,
... in Verkaufsräumen zur Darbietung des Warensortiments

... in der jeweils erforderlichen Anzahl und Größe bereit halten, gilt dies als Bereitstellen und nicht als Lagern.

Die Menge der bereitgestellten Gefahrstoffe ist von den Sicherheitsverantwortlichen stets auf ein sinnvolles, für den Fortgang der täglichen Arbeit notwendiges Minimum zu beschränken.

Beim Lagern von Druckgasbehältern wird unterschieden zwischen der Lagerung in Räumen und der Lagerung im Freien. Hier sind jeweils allgemeingültige sowie je nach Lagerort spezifische Sicherheitsvorschriften zu beachten. Im Folgenden nennen wir Ihnen einige der wichtigsten Anforderungen.

Grundsätzlich geltende Sicherheitsvorschriften

Gasflaschen können bei unsachgemäßer Lagerung eine erhebliche Gefahr darstellen – zum Beispiel durch unkontrollierten Austritt von Gasen aufgrund von Beschädigungen des Druckgasbehälters oder Explosion bei großer Hitzeeinwirkung. Daher sind Gasflaschen generell vor 5 Dingen zu schützen: Starker Erwärmung, Feuer, Korrosion, mechanischer Beschädigung und unbefugtem Zugriff. 

Gasflaschen sind vor starker Erwärmung zu schützen
Gasflaschen sind vor starker Erwärmung zu schützen
Gasflaschen dürfen keinem Feuer ausgesetzt sein
Gasflaschen dürfen keinem Feuer ausgesetzt sein
Gasflaschen müssen korrosionsgeschützt gelagert werden
Gasflaschen müssen korrosionsgeschützt gelagert werden
Manuelle Beschädigungen sind zu verhindern
Manuelle Beschädigungen sind zu verhindern
Unbefugten ist das Betreten des Lagers zu verbieten
Unbefugten ist das Betreten des Lagers zu verbieten

Zunächst sind einige Anforderungen an den Standort des Gasflaschenlagers zu berücksichtigen – denn Gasflaschen dürfen nicht einfach an einer willkürlichen Stelle im Betrieb gelagert werden. Nicht zulässig ist die Lagerung von Gasflaschen in Treppenhäusern, engen Durchgängen oder Durchfahrten, Garagen,  Arbeitsräumen und Räumen unter Erdgleiche (beachten Sie hier Sonderregelungen nach TRGS 510). Verkehrs- und Fluchtwege dürfen durch gelagerte Gasflaschen nicht beeinträchtigt werden. Ebenso darf ein Gasflaschenlager dem allgemeinen Verkehr nicht zugänglich sein. Unbefugten ist das Betreten des Gasflaschenlagers zu verbieten. Das Gasflaschenlager ist unter Verschluss zu halten und entsprechende Verbotsschilder anzubringen.

Zu Anlagen und Einrichtungen, von denen Gefahren wie z.B. starke Erwärmungen ausgehen können, ist ein Sicherheitsabstand von mehr als fünf Metern einzuhalten. Wichtig: Der Schutzbereich darf sich nicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen erstrecken. Gruben, Kanäle, Bodenabläufe und Kellerniedergänge sind im Schutzbereich auszuschließen. Werden brennbare Gase gelagert, gilt darüber hinaus: Keine Zündquellen im Schutzbereich. Zudem ist ein Feuerlöscher griffbereit vorzuhalten. In Lagerräumen für brennbare Gase muss mindestens eine Tür unmittelbar ins Freie führen.

Für die Zusammenlagerung verschiedener Gasarten im Freien gibt es nach TRGS 510 keine Einschränkungen. Jedoch gibt es Beschränkungen für die Zusammenlagerung in Räumen – insbesondere, wenn entzündbare/entzündliche, oxidierende/brandfördernde und akut toxische bzw. giftige Gase gelagert werden (siehe TRGS 510 Absatz 7). Achten Sie generell auf angemessene Sicherheitsabstände zwischen den verschiedenen Gasflaschen gemäß TRGS 510 und Ihrer Gefährdungsbeurteilung.

Um mechanische Gefährdungen zu verhindern, sollten Druckgasflaschen möglichst stehend gelagert werden. Bei Flüssiggasflaschen ist eine liegende Lagerung gar nicht zulässig. In jedem Fall sind die Gasflaschen so zu lagern, dass sie sicher stehen (bzw. liegen, wenn eine stehende Lagerung nicht umsetzbar ist) und gegen Fortrollen, Umfallen und Herabfallen gesichert sind. Gefährdungen durch Fahrzeuge oder andere Betriebsmittel müssen ausgeschlossen werden. Hier kann z.B. das Anbringen eines geeigneten Anfahrschutzes hilfreich sein. Achten Sie stets darauf, dass die Ventile der Gasflaschen mit Schutzkappen und ggf. Verschlussmuttern gesichert sind. Innerhalb des Lagers dürfen keine Gasflaschen umgefüllt, befüllt oder anderweitig Instand gesetzt werden.

Lagerung im Außenbereich

In der Regel ist eine Lagerung von Gasflaschen im Freien die beste Alternative – denn hier kann eine ausreichende Belüftung auf ganz natürliche Weise umgesetzt werden. Als Lager im Freien gelten auch solche, die mindestens nach zwei Seiten offen sind, oder nur an einer Seite offen sind, wenn die Tiefe – von der offenen Seite aus gemessen – nicht größer ist als die Höhe der offenen Seite. Eine Seite des Raumes gilt auch dann als offen, wenn sie aus Drahtgitter oder dergleichen besteht.

Gasflaschenschränke und Gasflaschencontainer zur Außenaufstellung bieten hier optimale Bedingungen für die sichere und gesetzeskonforme Lagerung von Gasflaschen. Sie verfügen über Seitenwände aus Maschengitter oder Lüftungsschlitze in den Wänden, die eine natürliche Belüftung ermöglichen. Überdachungen sorgen für einen ausreichenden Witterungsschutz. Viele Gasflaschenschränke und –container sind zusätzlich mit Haltevorrichtungen oder Sicherungsketten ausgestattet, die effektiv helfen, ein Umfallen der Gasflaschen zu verhindern. Ein weiterer Vorteil: Gasflaschenschränke und -container sind in der Regel abschließbar und erfüllen somit auch die Anforderung an ein vor unbefugtem Zugriff geschütztes Lager.


Lagerung im Innenbereich


Ein Gasflaschenlager im Freien ist aus vielen Gesichtspunkten ideal, aber nicht immer umsetzbar. Unter Berücksichtigung zusätzlicher Schutzmaßnahmen ist jedoch auch die Lagerung von Gasflaschen im Gebäude möglich. Neben einer ausreichenden Be- und Entlüftung müssen unter anderem auch folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Decken, Trenn- und Außenwände von Lagerräumen müssen mindestens feuerhemmend ausgeführt sein
  • Lagerräume müssen durch selbstschließende feuerhemmende Türen gegenüber anschließenden Räumen abgetrennt sein
  • In Lagerräumen für brennbare Gase dürfen nur elektrische Anlagen und Betriebsmittel in explosionsgeschützter Ausführung verwendet werden
  • Der Fußbodenbelag muss aus schwer entflammbarem Material bestehen
  • Zwischen Gasflaschen mit brennbaren Gasen und solchen mit brandfördernden Gasen muss in Lagerräumen ein Mindestabstand von 2 m eingehalten werden.
  • In Lagerräumen dürfen keine Gruben, Kanäle, Bodenabläufe und Schornsteinreinigungsöffnungen vorhanden sein
  • Der Abstand von Druckgasflaschen zu Heizkörpern u. ä. muss mindestens 0,50 m betragen

Eine sinnvolle Alternative bieten feuerbeständige Gasflaschenschränke von DENIOS. Diese sind typgeprüft nach DIN EN 14470-2, erfüllen die Anforderungen an Lagerräume nach TRGS 510 und sind somit zur Innenaufstellung geeignet.

Neben einem entsprechenden Luftwechsel sorgen umfangreiche Ausstattungsmerkmale wie Abluftanschluss, Justierhilfen zum Ausgleich bei Bodenunebenheiten, Rohrdurchführungen für Anschlussleitungen und Montageschienen für optimale Funktionalität. Mit Druckgasflaschenschränken vom Typ G90 (90 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit) und G30 (30 Minuten Feuerwiderstandsfähigkeit) ist auch die Bereitstellung, Entnahme und Lagerung von/aus Druckgasflaschen in Arbeitsräumen unkompliziert möglich.

Gasflaschenschränke mit Brandschutz zur Innenaufstellung

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Lagerung von Gasflaschen immer auch unbedingt Ihre Gefährdungsbeurteilung! Entsprechende Sicherheitsmaßnahmen sollten stets im Einzelfall abgestimmt und umgesetzt werden. Denken Sie auch daran, Ihre Mitarbeiter regelmäßig im Umgang mit Gasflaschen sowie über die Betriebsanweisungen gemäß Gefahrstoffverordnung zu unterweisen.


Sicheres Arbeiten mit Gasflaschen

Generell sollten Sie Sicherheitsmaßnahmen und -vorschriften für die Nutzung von Gasflaschen in Ihren Betrieb anhand Ihrer vorherigen Gefährdungsbeurteilung festlegen. Hier jedoch einige allgemeine Hinweise: Alle wichtigen Informationen zu den sicherheitsrelevanten Eigenschaften der Gase und Hinweise zu konkreten Sicherheitsmaßnahmen liefert Ihnen das Sicherheitsdatenblatt, das Ihnen Ihr Gaslieferant zur Verfügung stellt. Unterweisen Sie die Beschäftigten regelmäßig und in angemessenem Umfang über das Betreiben von Druckgasbehältern, die besonderen Gefahren und die Maßnahmen, die bei Unfällen und Störungen umzusetzen sind. Gerade beim Flaschenwechsel ist besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit geboten. Vor Gebrauch sollte beispielsweise die vorgeschriebene Persönliche Schutzausrüstung (PSA) angelegt und, falls vorhanden, die Absaugeinrichtung eingeschaltet werden. Wenn möglich, sollte auch für ausreichend natürliche Lüftung gesorgt werden.

Vergewissern Sie sich vor der Nutzung bzw. vor dem Flaschenwechsel, dass Sie die richtige Gasflasche anschließen und beachten Sie die spezifischen Stoffeigenschaften des Inhalts. Prüfen Sie Leitungen und Schläuche regelmäßig auf Schäden und vergewissern Sie sich, dass alle Anschlüsse dicht sind. Damit Beschädigungen an Schläuchen auch zukünftig vermieden werden, achten Sie darauf, dass diese nicht an Ecken und Kanten scheuern oder über Verkehrswege reichen, wo sie überfahren werden könnten. Armaturen, Schläuche und Werkzeuge für Sauerstoff müssen stets frei von Fett, Öl und Verschmutzungen sein, da sonst die Gefahr einer Selbstentzündung besteht. Sichern Sie die Gasflasche auch am Arbeitsplatz gegen Umfallen und schließen Sie die Flaschenventile bei längeren Arbeitsunterbrechungen.


Worauf ist beim Transport von Gasflaschen zu achten?

Wussten Sie schon, dass das Gewicht einer Gasflasche mehr als 70kg betragen kann? Dies birgt eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr – vor allem beim Transport. Nicht nur Personen können sich bei unsachgemäßem Handling an der Gasflasche verletzten. Auch das Risiko, die Gasflasche zu beschädigen, ist bei der Beförderung stark erhöht. Bei einem Sturz kann beispielsweise das Ventil, die schwächste Stelle der Gasflasche, abreißen und zu einem schlagartigen Austritt der unter Druck stehenden Inhalte führen. Gasflaschen können sich so in regelrechte Geschosse verwandeln, die sogar Betonwände durchschlagen können. Daher sollten unbedingt einige Sicherheitsanforderungen beachtet werden, wenn Gasflaschen transportiert werden müssen. Generell sollten Sie Gasflaschen ausschließlich mit aufgeschraubter Ventilkappe transportieren und die Gasflaschen auch beim Transport vor übermäßiger Wärmeeinwirkung schützen, um Drucksteigerungen in der Flasche zu verhindern.


Transport von Gasflaschen auf dem Betriebsgelände

Denken Sie auch hier zunächst daran, die passende PSA anzulegen (z.B. Sicherheitsschuhe und Schutzhandschuhe). Stoßen, Werfen und liegendes Rollen sind beim Transport von Gasflaschen absolut tabu. Generell sollten Gasflaschen möglichst auch nicht von Personen getragen oder stehend gerollt werden. Nutzen Sie stattdessen Gasflaschenwagen und -transportgestelle. Diese professionellen Hilfsmittel sind insbesondere bei regelmäßig anfallenden Tätigkeiten empfehlenswert und verfügen über zahlreiche Sicherheitsausstattungen, die das Umfallen, Wegrollen und Anstoßen der Gasflaschen beim Transport verhindern. Ist ein Transport der Gasflasche in andere Stockwerke notwendig, dürfen sich Personen und Gasflaschen niemals zusammen im Aufzug befinden. Befördern sollten Sie Gasflaschen nur per Kran, wenn diese auf einer Palette stehen. Hierfür bieten wir in unserem Onlineshop spezielle kranbare Gasflaschenpaletten an. Auch Gasflaschenwagen und -transportgestelle für Gabelstapler oder Hubwagen finden Sie in unserem umfangreichen Sortiment.

Produkte für sicheres Gasflaschenhandling

Transport von Gasflaschen auf öffentlichen Straßen

Beim Transport von Gasflaschen auf öffentlichen Straßen sind die Vorschriften des ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) zu beachten. Informieren Sie sich vor dem Transport über die höchstzulässigen Gesamtmengen je Beförderungseinheit (Freigrenzen) für Ihre Stoffe. Auch auf die Bestimmungen zur Zusammenladung mit anderen Gefahrgütern ist zu achten.

Bleiben die von Ihnen transportierten Mengen unterhalb der Freigrenze, so gelten folgende Grundsätze:

  • Ausschließlich Beförderung von dichten Gasflaschen mit Ventilschutz (z.B. durch Schutzkappen)

  • Keine Öffnung der Versandstücke

  • Anbringung der vorgeschriebenen Kennzeichnung und Bezettelung

  • Mitführen eines Feuerlöschgerätes

  • Verladung vorzugsweise in offenen oder belüfteten Fahrzeugen

  • Verbot von Feuer und offenem Licht

  • Bei Ladearbeiten herrscht Rauchverbot

  • Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen bei Nahrungs-, Genuss- und Futtermitteln bei giftigen Gasen

  • Schutz gegen Beschädigung durch ausreichende Ladungssicherung

  • Mitführen eines Beförderungspapiers

  • Unterweisung des Fahrzeugführers

  • Fahrzeug und Fahrzeugführer müssen den geltenden Vorschriften genügen (Betriebs- und Verkehrssicherheit, Ausrüstung)

Die oben aufgeführten Grundsätze gelten auch für den Transport von ungereinigten leeren Gasflaschen. In diesem Fall sind im Beförderungspapier abweichende Angaben zu den Versandstücken zu machen.

Bei Überschreitung der Freigrenze sind zusätzliche besondere Vorschriften zu beachten:

  • Mitführen von zwei Feuerlöschgeräten

  • Zusätzliche Schutzausrüstung wird benötigt

  • Der Fahrzeugführer benötigt eine ADR-Bescheinigung

  • Beförderungseinheit und ggf. Versandstücke (bei Verwendung von Containern) müssen besonders gekennzeichnet werden

  • Es gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen für Halten, Parken, Be- und Entladung

  • Ggf. Überwachung der Fahrzeuge

  • Mitführen eines Lichtbildausweises für jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung

  • Beachtung besonderer Vorschriften für giftige Gase

  • Verbot der Einnahme von alkoholischen Getränken oder anderen Mitteln, die die dienstliche Tätigkeit beeinträchtigen


Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Alle zur Verfügung gestellten Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Dennoch kann die DENIOS AG keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen übernehmen.


Praxis-Schulung »Sicherer Umgang mit technischen Gasen«

"Technische Gase – mehr als heiße Luft" – Der Umgang mit technischen Gasen im betrieblichen Alltag birgt viele Gefahren. Über die Sensibilisierung aller Mitarbeiter auf die unterschiedlichsten Gefahrenquellen und die Erweiterung des sicherheitstechnischen Know-hows werden diese Gefahren deutlich vermindert. Das Seminar „Sicherer Umgang mit technischen Gasen“ der DENIOS Akademie liefert hier z.B. im Rahmen der Unfallprävention oder arbeitssicherheitstechnischer Unterweisungen einen wichtigen Beitrag.

Die Schulung führen unsere Gefahrstoff-Experten vor Ort in Ihrem Unternehmen durch. So können die Seminarinhalte konkret und passgenau auf Ihre betriebliche Situation zugeschnitten werden. Auf Wunsch richten unsere Referenten den Vortrag auf Sonderfälle aus (z.B. spezielle Gasarten oder Lagersituationen) und stehen Ihnen natürlich auch gern für all Ihre individuellen Fragen zur Verfügung.

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