Farbmischraum im Brandschutz-Container

Siemens

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Die im schwedischen Finspång angesiedelte Siemens Industrial Turbomachinery AB beschloss eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter im Lackierbereich. Außerdem sollte der Brandschutz im neuen Farbmischraum gegenüber dem im alten Raum verbessert werden. Da der bestehende Farbmischraum in der Produktion lag, wäre im Brandfall die gesamte Herstellungsanlage betroffen gewesen.

Siemens gehört heute zu den weltweit größten Unternehmen in den Bereichen Gesundheit, Energie und Fertigung. Der Konzern beschäftigt in mehr als 190 Ländern über 360 000 Mitarbeiter.

In Schweden ist Finspång der größte Produktionsstandort. Siemens Industrial Turbomachinery stellt dort Dampf- und Gasturbinen von Weltrang her. Es werden sogar komplette Kraftwerke, die Strom, Dampf und Wärme erzeugen, geplant. Die eigenen Turbinen stellen dabei das Herz der Gesamtanlage dar. Die verkauften Turbinen dienen auch zum Antrieb von Kompressoren und Pumpen – vor allem in der Öl- und Gasindustrie.

Siemens Industrial Turbomachinery AB (SIT AB) in Finspång liefert Kraftwerke und Turbinen mit hohem Wirkungsgrad und geringen Emissionswerten. In Finspång arbeiten 2 800 Beschäftigte. Der Umsatz beläuft sich auf 10 Milliarden Kronen.

Herausforderung und Aufgabe
Die im schwedischen Finspång angesiedelte Siemens Industrial Turbomachinery AB beschloss eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter im Lackierbereich. Außerdem sollte der Brandschutz im neuen Farbmischraum gegenüber dem im alten Raum verbessert werden. Da der bestehende Farbmischraum in der Produktion lag, wäre im Brandfall die gesamte Herstellungsanlage betroffen gewesen. Daher sollte der neue Farbmischraum als separater Brandabschnitt angelegt werden, der zwar direkt an die bestehenden Räume angrenzt, aber von ihnen abgetrennt ist. Farbmischraum und Farblager sollten nebeneinander liegen. Sie hatten sich zuvor in unterschiedlichen Bereichen befunden. Die dadurch erforderliche Logistik nahm zusätzlich Zeit in Anspruch.

Die Versicherungsgesellschaft forderte eine weitere Verbesserung des Brandschutzes auf Grundlage der deutschen und europäischen Anforderungen. Diese sind höher als die schwedischen. Speziell wurde für den neuen Farbmischraum ein Feuerwiderstand von 90 Minuten gefordert (EI90). Der Raum sollte gut belüftet und der Arbeitsplatz für die Farbmischung sogar mit einem Abzug ausgestattet sein. Dies dient der Sicherheit und schafft eine angenehme Arbeitsumgebung für die Mitarbeiter. Siemens zog verschiedene Lösungen in Betracht wie den Bau eines neuen, den Anforderungen entsprechenden Raums, das Outsourcing des Farbmischens sowie einen Brandschutz-Systemcontainer für Gefahrstoffe.

Die Lösung
DENIOS präsentierte eine Lösung, die eine direkte Anbindung an das bestehende Gebäude ermöglichte, feuerschutztechnisch jedoch eine Trennung bot. Der vorgestellte Brandschutzcontainer für Gefahrstoffe des Typs BMC-X 600 wurde an die Siemens-Anforderungen angepasst. Lagerung und Mischung von Farben sind in ein und demselben Container möglich. Die Teilbereiche werden durch eine Feuerschutzwand abgetrennt. Zur Ableitung der entzündlichen Gase, die beim Umgang mit den Stoffen entstehen, ist in jedem Raum eine technische Lüftung installiert.

Insgesamt ist der Gefahrstoffcontainer mit drei Feuerschutztüren ausgestattet. Eine verbindet das Gebäude mit dem Container, eine ermöglicht innen den Übergang zwischen Lager und Farbmischung und eine führt nach draußen. Die Farben für das Lager werden über die Außentür angenommen. So müssen die entzündlichen Farben nicht durch die Produktion transportiert werden.

Das Innere des Containers ist als Explosionsschutzzone 1 eingestuft. Dank der brandschutztechnischen Trennung ist außerhalb des Containers keine solche Zone erforderlich. Die gesamte elektrische Ausstattung im Container erfüllt die Anforderungen der ATEX-Richtlinie und ist somit für die Lagerung von entzündlichen Stoffen und für den Umgang mit ihnen zugelassen.

Der lichtgraue Innenanstrich des Brandschutzcontainers schafft eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Außerdem wurde der Container mit einer Warmwasser-Dusche für den Notfall ausgestattet. Sie ist mit hoher Lichtstärke gut beleuchtet.

DENIOS baute in den Container einen Abzug vom Typ Varioflow Premium ein, der von DENIOS entwickelt und hergestellt wurde. Der Vorteil dieses Abzugs besteht in der Konstruktion für den Luftzug. Beim Arbeiten ist somit keine Glasscheibe erforderlich. Alle möglicherweise giftigen Gase werden in den Arbeitstisch des Anwenders eingesaugt. Da keine Notwendigkeit für eine Glasscheibe besteht, sind die Arbeitsbedingungen sehr gut.

Ergebnis und Kundennutzen
Der neue Farbmischraum ist nun heller, besser belüftet, weniger feuergefährdet und bietet insgesamt bessere Arbeitsbedingungen. Siemens profitiert nun davon, dass sich Farbmischraum und Lager im selben Gebäude befinden, aber so getrennt sind, dass eine hohe Sicherheit gewährleistet ist. Dank des breiten Standardsortiments an Brandschutz-Systemcontainern für Gefahrstoffe und der Möglichkeit, diese individuell an den Bedarf des Kunden anzupassen, war die Lösung preiswerter. Der Container wurde fristgerecht geliefert. Durch die mobile Lösung blieb der Arbeitsalltag ungestört, denn der bestehende Farbmischraum konnte genutzt werden, bis der neue einsatzbereit war.

Siemens ist jetzt flexibler, denn der Farbmischraum lässt sich künftig bei geänderten Bedingungen umsiedeln. Da die Brandschutz-Systemcontainer für Gefahrstoffe von DENIOS stets den europäischen Standards entsprechen, besteht für Siemens sogar die Garantie, dass das Produkt die Anforderungen des Gesetzgebers und der Versicherungsgesellschaft erfüllt.