Vorsicht: Explosiv! Fasshandling im EX-Bereich

Vorsicht: Explosiv! Fasshandling im Ex-Bereich

Das Arbeiten mit endzündbaren Stoffen bringt ein nicht zu unterschätzendes Gefahrenpotential mit sich. Im passenden Mischungsverhältnis mit dem in der Umgebungsluft vorhandenen Sauerstoff kommt es schnell zur Bildung explosionsfähiger Atmosphäre. Trifft diese letztendlich mit einer Zündquelle zusammen, beispielsweise verursacht durch statische Aufladung, sind die Folgen schwerwiegend. Dort, wo z.B. entzündbare Flüssigkeiten abgefüllt werden, ist äußerste Vorsicht geboten. Denn bereits wenn ein Behälter zum Zwecke der Flüssigkeitsentnahme geöffnet wird, muss mit der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre gerechnet werden. Es gilt, entsprechende Maßnahmen zu treffen, um die Gefahr einer Explosion auszuschließen. Wir liefern Ihnen hier einige unverzichtbare Informationen sowie die passenden Betriebsmittel.


Wie lassen sich Explosionen vermeiden?

Auslöser einer Explosion ist das Zusammenspiel von Sauerstoff, einem brennbaren Stoff und einer Zündquelle. Wichtig ist auch das Mischungsverhältnis zwischen Sauerstoff und brennbaren Stoff (z.B. Gase oder Dämpfe). Die Voraussetzung für eine Explosion ist eine passende Konzentration des Stoffes. Diese muss stoffabhängig zwischen der unteren und oberen Explosionsgrenze liegen. Ist die untere Explosionsgrenze nicht erreicht, es ist also eine zu geringe Stoffkonzentration vorhanden, kann es zu keiner explosiven Atmosphäre kommen. Ist die Umgebung durch den brennbaren Stoff gesättigt, sprich die obere Explosionsgrenze ist erreicht und dadurch der Sauerstoffgehalt zu gering, ist eine Explosion ebenfalls ausgeschlossen.

Um eine Explosion zu verhindern muss also dafür gesorgt werden, dass entweder das Mischungsverhältnis von Sauerstoff zu brennbarem Stoff nicht passend ist oder eine Zündquelle ausgeschlossen werden kann.


Ex-Zonen und ihre Einteilung

Die Umgebung um den brennbaren Stoff und damit auch das Thema Ausgasung wird räumlich und auch zeitlich in drei verschiedene Zonen eingeteilt. Im Rahmen seiner Verpflichtung nach §5 ArbSchG hat der Arbeitgeber die Gefährdung seiner Beschäftigten durch Explosionen zu ermitteln, zu beurteilen und die notwendigen Schutzmaßnahmen abzuleiten. Dazu ist ein Explosionsschutzdokument zu erstellen, in dem er unter anderem auch die Zoneneinteilung vornimmt und die erforderlichen Explosionsschutzmaßnahmen festhält.

Zone 0
Ein Bereich, in dem gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ständig, über lange Zeiträume oder häufig (d.h. zeitlich überwiegend) vorhanden ist.

z.B. das Innere von Behältern

Zone 1
Ein Bereich, in dem sich bei Normalbetrieb gelegentlich eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre bilden kann.

z.B. die nähere Umgebung der Zone 0 oder die Umgebung der Abfüllstelle

Zone 2
Ein Bereich, in dem bei Normalbetrieb eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre normalerweise nicht oder nur kurzzeitig auftritt.

z.B. Bereiche, welche die Zonen 0 oder 1 umgeben


Abhängig von der Zone müssen zur Explosionsverhinderung verschiedenste Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Bestehen bei der Einteilung in Zonen Zweifel, muss sich der Umfang der Schutzmaßnahmen nach der jeweils höchstmöglichen Wahrscheinlichkeit des Auftretens gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre richten.

Explosionsschutzmaßnahmen lassen sich in drei Bereiche einteilen (die Reihenfolge der Maßnahmen ist dabei gleichbedeutend mit ihrer Priorisierung):

1. Vermeidung oder Einschränkung der Bildung explosionsfähiger Atmosphäre
2. Vermeidung wirksamer Zündquellen
3. Beschränkung der Auswirkung einer eventuellen Explosion auf ein unbedenkliches Maß

Die Bildung explosionsfähiger Atmosphäre zu vermeiden, ist jedoch in vielen Fällen nicht realisierbar. Beispielsweise kann dieses Ziel erreicht werden, indem brennbare Stoffe durch solche ersetzt werden, die keine explosionsfähigen Gemische zu bilden vermögen. Eine Substitution von Betriebsstoffen ist allerdings in den wenigsten Fällen möglich. Eine technische Lüftung kann dazu beitragen, brennbare Stoffe innerhalb des lüftungstechnischen Bereiches zu reduzieren (die Wirksamkeit ist in diesen Fällen hinsichtlich Stärke, Güte und Verfügbarkeit zu bewerten und zu überwachen). Sofern es jedoch nicht gelingt, gefährliche explosionsfähige Atmosphäre vollständig auszuschließen, sind dennoch weitere Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Die Vermeidung von Zündquellen gilt daher in der Praxis als besonders praktikable Lösung.


Zündquellen beim Fasshandling eliminieren

Mit dem Einsatz ex-geschützter Betriebsmittel leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum täglichen Explosionsschutz in Ihrem Betrieb und zur Sicherheit Ihrer Mitarbeiter. Ex-geschützte Betriebsmittel, die in der EU in Verkehr gebracht werden, müssen die Anforderungen der ATEX-Richtlinie erfüllen. Diese gilt gleichermaßen für elektrische und nicht-elektrische Geräte. Der Hersteller von Produkten zum Einsatz in Bereichen mit explosionsfähiger Atmosphäre ist dazu verpflichtet, diese Produkte entsprechend der in der Richtlinie festgelegten Anforderungen zu entwickeln und darüber hinaus festzulegen, in welcher Zone sie eingesetzt werden dürfen.

 

 

Pumpen und Mischen

Zum Fördern oder Mischen brennbarer Flüssigkeiten müssen elektrische Pumpen und Rührwerke die Anforderungen der ATEX-Richtlinie erfüllen. Die Motoren sind so ausgelegt, dass die Geräte sicher betrieben werden können. Nicht-elektrische Komponenten werden so konzipiert, dass auch z.B. heiße Oberflächen
als Zündquellen vermieden werden. Zur Ableitung statischer Elektrizität werden unsere elektrischen Pumpen für den Ex-Bereich bereits inklusive Potentialausgleichskabel geliefert. Unsere Handpumpen für den Ex-Bereich sind DEKRA-geprüft und können mit separat erhältlichen Erdungskabeln oder Anti-Statik-Sets geerdet werden.

Pumpen und Mischen
Fasslifter Secu Ex

Heben und transportieren von Fässern

Nicht nur bei der Verwendung elektrischer Betriebsmittel können Zündquellen entstehen. Beim Bewegen von Fässern mit mechanischen Hilfsmitteln können Funken durch Reibung mechanisch erzeugt werden. Auch statische Aufladung muss als Zündquelle ausgeschlossen werden. Produkte wie die Fasskarre Secu Comfort oder der Fasslifter Secu Ex werden daher komplett ableitfähig konstruiert, damit sie nicht durch einen direkt angeschlossenen Potentialausgleich geerdet werden müssen.

 

 

Werkzeuge

Beim Gebrauch handelsüblicher Stahlwerkzeuge können Zündfunken verursacht werden – zum Beispiel durch Schlagen oder das Herabfallen des Werkzeugs auf den Boden. Funkenfreie Werkzeuge bestehen aus Speziallegierungen auf Kupferbasis und sind weicher als herkömmliche Werkzeuge, wodurch die Gefahr einer Funkenbildung minimiert wird. Sie sind zertifiziert für den Einsatz in Bereichen, in denen Funken eine potentielle Explosionsgefahr bedeuten. Wichtig zu wissen: Die Anwendung von funkenfreien Werkzeugen darf nicht die einzige Schutzmaßnahme in feuer- oder explosionsgefährdeten Bereichen sein. Beachten Sie hierzu bitte die Vorschriften Ihrer Berufsgenossenschaft.

Funkenfreie Werkzeuge
Erdungskabel

Erdung

Beim Abfüllen bzw. Fördern von entzündbaren Stoffe ist zu beachten, dass allein schon durch den Flüssigkeitsfluss gefährliche Aufladungen entstehen können. Die Gefahr statischer Aufladung steigt dabei mit der Fließ- oder Schüttgeschwindigkeit des Mediums. Dies trifft z.B. dann zu, wenn durch Schütten in einen Trichter abgefüllt wird. Mit Hilfe von Erdungskabeln vermeiden Anwender Explosionsgefahren durch elektrostatische Aufladung.


Ex-Bereiche klar erkennbar machen

Bodenmarkierungen spielen für die Sicherheit und den betrieblichen Alltag eine wichtige Rolle. Materialzonen, Ladebereiche oder Sicherheitsabstände zu Maschinen und Anlagen werden neben Schildern und Hinweisen zumeist mit Bodenmarkierungen kenntlich gemacht. Neben individuellen Anforderungen und Anwendungsformen gibt es auch gesetzliche Vorschriften, die das Markieren auf dem Boden regeln.

Zur Markierung von explosionsgefährdeten Bereichen bieten wir Ihnen auch ein umfangreiches Sortiment an Kennzeichnungsschildern und Bodenmarkierungen an. So wird den Beschäftigten auf einen Blick angezeigt, in welchen Arbeitsbereichen sie besondere Vorsicht walten lassen müssen.


Aktuelle Produktempfehlungen aus safety@work


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