Der perfekte Sicherheitsschrank: 3 Fragen, die Sie sich vor dem Kauf stellen sollten

In vielen Betrieben gehört die Verwendung von Gefahrstoffen zum Alltag und ist praktisch unvermeidbar. Die für die tägliche Arbeit bereitgestellten Mengen an Gefahrstoffen am Arbeitsplatz sind auf den Tages-/Schichtbedarf zu begrenzen. Darüber hinausgehende Mengen sind zu lagern und unterliegen dann besonderen Vorgaben und Vorschriften. Für die Lagerung von Gefahrstoffen, auch in Arbeitsräumen, ist dies insbesondere die Technische Regel für Gefahrstoffe (TRGS) 510 - Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern.

Gefahrstoffe dürfen grundsätzlich nicht an Orten gelagert werden, an denen dies zu einer Gefährdung der Beschäftigten oder anderer Personen führen kann. Regelwerke wie die TRGS 510 geben vor, bis zu welchen Mengen die Lagerung außerhalb von Lagern zulässig ist und ab wann zusätzliche und besondere Schutzmaßnahmen zu beachten sind. Gefahrstoffe dürfen in Arbeitsräumen nur gelagert werden, wenn die Lagerung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist. Dabei ist das Minimierungsgebot der Gefahrstoffverordnung zu berücksichtigen. Eine Lagerung von Gefahrstoffen darf in Arbeitsräumen oberhalb der Mengengrenzen nach TRGS 510 (Tabelle 1) ausschließlich in besonderen Einrichtungen wie z. B. Sicherheitsschränken erfolgen. Dies kann auch als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung bei geringeren Mengen erforderlich sein.

Bei der großen Auswahl an verschiedenen Sicherheitsschränken ist es gar nicht so leicht, das passende Produkt für die eigene Anwendung zu finden. Wir verraten Ihnen, welche Fragen Sie sich stellen sollten, um das geeignete Modell auswählen zu können.


Ganze 3 Arbeitstage und mehr kann ein Mitarbeiter pro Jahr mit dem Transport von Gefahrstoffen von A nach B verbringen. Innerbetriebliche Transportwege lassen sich durch die Nutzung eines Sicherheitsschrankes erheblich reduzieren.
Mehr dazu erfahren Sie hier.


1  Welcher Schranktyp wird benötigt?

Welchen Sicherheitsschrank Sie benötigen, hängt natürlich maßgeblich von den Eigenschaften der Stoffe ab, die Sie einlagern wollen. Um den geeigneten Schranktyp auszuwählen, gehen Sie am besten von dem größten Gefahrenpotential aus, das der einzulagernde Stoff birgt. Der folgende Leitfaden bietet Ihnen Hilfestellung bei der Vorgehensweise und zeigt Ihnen passende Produktbeispiele an.

2  Welche Ausstattung wird benötigt?

Je nach Modell bieten Sicherheitsschränke von DENIOS verschiedene Ausstattungen für ein sicheres und komfortables Arbeiten.

Technische Lüftung

Ein wichtiger Faktor im Zusammenhang mit der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz von Mitarbeitern ist das Thema Entlüftung. Insbesondere bei der Lagerung entzündbarer Gefahrstoffe müssen ohne technische Entlüftung dauerhaft Ex-Zonen im oder zusätzlich um den Schrank eingehalten bzw. gewährleistet werden. Dies widerspricht ATEX-RL 1999/92/EG, da eine Vermeidung von explosionsfähigen Atmosphären (primärer Explosionsschutz) immer vor anderen Maßnahmen erfolgen muss. Neben der TRGS 510 (Anlage 3) können auch andere Vorschriften eine technische Entlüftung erforderlich machen. Werden z.B. ätzende oder giftige Stoffe gelagert oder besteht durch eingelagerte Stoffe eine Geruchsbelästigung der Beschäftigten, ist im Regelfall eine technische Entlüftung vorzusehen (vgl. Gefahrstoff- bzw. Arbeitsstättenverordnung). Je nach Modell verfügen Sicherheitsschränke über eine natürliche Lüftung oder Abluftanschlüsse zur Entlüftung nach außen. Mit dem DENIOS Umluftfilteraufsatz ist es zudem möglich, eine technische Entlüftung ohne aufwendige Abluftanlage und unter Vermeidung von Explosionsschutzmaßnahmen kostengünstig sicherzustellen.


Vor- und Nachteile bei technischer Entlüftung (mind. 10-fach/h):

Technische Entlüftung mit Abluftführung nach außen Technische Lüftung mit einem Umluftfilteraufsatz
+ keine gesundheitliche Gefährdung der Mitarbeiter + keine gesundheitliche Gefährdung der Mitarbeiter
+ alle Gefahrstoffe (auch Säuren- und Laugendämpfe) werden eliminiert + es müssen keine Ex-Zonen um den Sicherheitsschrank ausgewiesen werden
kostenintensive Abluftleitungen mit evtl. Wand- /Deckendurchbrüchen werden notwendig + keine kostenintensiven Abluftleitungen notwendig
hoher Energieverbrauch durch Wärmeverluste in der Abluft + flexible Aufstellung des Sicherheitsschrankes
Sicherheitsschrank ist durch angeschlossene Abluftleitung nicht mehr ohne Umbauten umsetzbar + keine Energieverluste durch Abluftführung nach außen
+ permanente elektronische Überwachung der Abluftmenge
+ geprüftes und zertifiziertes System
+ Kosteneinsparungen bei Geräten in unmittelbarer Umgebung des Sicherheitsschrankes (brauchen nicht Ex-geschützt zu sein)
nur Lösemitteldämpfe (Kohlenwasserstoffe) können gefiltert werden



Bedarfsgerechte Türausführung

Bedarfsgerechte Türausführung

Manuell bedienbare Flügeltüren (1- oder 2-flügelig) sind die gängigste Variante. Als platzsparende Lösung bei eingeschränkten Raumverhältnissen bieten wir auch Modelle mit Falttüren, Schiebetüren, Jalousien oder Vertikalauszügen an. Daneben sind Sicherheitsaspekte bei der Türauswahl nicht zu vernachlässigen. Im Brandfall selbsttätig schließende Türen oder Schubladen sind bei der Lagerung entzündbarer Stoffe ein Muss. Produkthighlights sind hier Sicherheitsschränke mit serienmäßiger Tür-Schließautomatik, die nach 60 Sekunden die arretierten Türen oder Vertikalauszüge löst (vor der Türschließung werden akustische und optische Warnsignale gegeben). Die Schränke sind somit nach jeder Bedienung wieder sicher geschlossen. Um den Inhalt immer im Blick zu haben, sind auch Modelle mit Glaseinsätzen in den Türen verfügbar. Die Abschließbarkeit unserer Schränke, um Lagergüter vor unbefugten Zugriffen zu schützen, ist für uns in jedem Fall selbstverständlich.

Unterfahrbarkeit

Unterfahrbarkeit gewünscht?

Je nach Modell können Sicherheitsschränke mit einem unterfahrbaren Sockel ausgestattet sein. Es kann sich lohnen, dieses Kriterium bei der Anschaffung zu berücksichtigen, wenn im Vorfeld schon häufigere Standortwechsel zu erwarten sind (Achtung: Sicherheitsschränke nur im Leerzustand transportieren!). Der Sockel ermöglicht das einfache Unterfahren per Hubwagen und macht Paletten zum innerbetrieblichen Transport des Schrankes überflüssig. In Verbindung mit dem DENIOS Umluftfilteraufsatz zur technischen Entlüftung bieten diese Schränke eine maximale Flexibilität bei der Wahl des Aufstellortes.

Durchdachte Raumaufteilung

Durchdachte Raumaufteilung

Jeder Sicherheitsschrank verfügt über eine praxiserprobte Standard-Innenausstattung. Damit Sie Ihre Gefahrstoffe flexibel lagern und auf den jeweils aktuellen Bedarf reagieren können, ermöglichen viele unserer Modelle eine Anpassung der Lagerebenen. Höhenverstellbare Auffangwannen und Einlegeböden sorgen hier für die optimale Raumausnutzung. Zusätzliche Fachböden, Auffangwannen und Auszugsböden sind je nach Modell optional konfigurierbar bzw. als Zubehör erhältlich.

Kombischränke sind die ideale Lösung, wenn es um die Lagerung kleiner Mengen unterschiedlicher Gefahrstoffe geht. Hier erlauben vertikale Abtrennungen die separate Lagerung verschiedener Stoffe in einem Schrank. Chemikalienschränke sind in Modellvarianten mit speziellen Typ 30 Sicherheitsfächern nach EN 14470-1 erhältlich, die den notwendigen Brandschutz für kleinere Mengen entzündbarer Gefahrstoffe bieten.

Durchdachte Raumaufteilung

Effektive Leckage-Prävention

Im Leckagefall ist eine Bodenauffangwanne das wichtigste Element, um Flüssigkeiten zurückzuhalten. Auffangwannen aus Stahl oder Kunststoff kommen in allen Arten von Sicherheitsschränken für entzündliche Flüssigkeiten, nicht entzündliche Chemikalien oder bei korrosiven Stoffen wie Säuren und Laugen zum Einsatz. Eine Vielzahl dieser Auffangwannen sind zertifizierte Produkte gemäß StawaR oder mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung. Das befreit Sie von der möglichen Verpflichtung der wasserrechtlichen Prüfung der Wannensysteme und im Leckagefall können Sie den lückenlosen Nachweis zur Erfüllung des Besorgnisgrundsatzes gemäß Wasserrecht führen.

Zum Schutz der Lagerebenen aus Stahlblech vor Korrosion bei der Lagerung aggressiver Gefahrstoffe können ggf. auch Einlegewannen aus Kunststoff verwendet werden. Viele unserer Sicherheitsschränke sind mit ausziehbaren Auffangwannen ausgestattet, die den Zugriff auf die eingelagerte Ware (Kleingebinde ≤ 1 Liter) deutlich erleichtern. Auch können Auszugswannen Tropfverluste beim Ab- und Umfüllen wassergefährdender Stoffe sicher aufnehmen.

Achtung! Sollen Tätigkeiten wie z.B. das Ab- und Umfüllen von Kleinmengen am Sicherheitsschrank durchgeführt werden, so gilt dies bereits als aktive Lagerung und ist separat in der Gefährdungsbeurteilung zu bewerten. Sicherheitsschränke für entzündbare Stoffe dienen ausschließlich zur passiven Lagerung (TRGS 510, Anlage 3 (6)). Sollen entzündliche Stoffe aktiv gelagert werden, ist diese Tätigkeit getrennt zu beurteilen und dann natürlich zulässig, soweit die gegebenenfalls notwendigen Zusatzmaßnahmen ergriffen wurden. Diese sind von den Aussagen der TRGS 510 allerdings nicht abgedeckt.

Sie wollen sich ganz sicher sein? Nutzen Sie unsere Beratung! Für die aktive Lagerung entzündlicher Stoffe bieten wir Brandschutzlager mit einem komfortablen Platzangebot und entsprechender Sicherheitsausstattung an.

 

 

3  Welche Maße und Kapazität muss der Schrank aufweisen?

Je nach der zu lagernden Menge und dem Raumangebot am Einsatzort fällt die Kundenentscheidung in der Regel zwischen einem klassischen Schrank, der direkt neben der Werkbank oder dem Arbeitstisch aufgestellt werden kann (je nach Modell in verschieden breiten Ausführungen erhältlich), einem Unterbauschrank oder einem Hängeschrank, der direkt an der Wand befestigt wird. Wer nicht nur Kleingebinde, sondern auch Fässer am Arbeitsplatz lagern möchte, setzt einen Fasslagerschrank ein, der speziell auf die Lagerung von 200-Liter-Fässern ausgelegt ist.

Die neueste Innovation bei den Sicherheitsschränken mit Brandschutz: Der Scoper mit Vertikalauszugstechnik – ein echtes Raumwunder, das an jeden Arbeitsplatz passt. Neugierig?

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