Sichere Lagerung von Lithium-Ionen Akkus

Lithium-Ionen Akkumulatoren sind eine vergleichsweise junge Technologie. Doch seit ihrer Markteinführung Anfang der 90er Jahre haben sie den Markt für Energiespeicher nachhaltig geprägt und alte Technologien nach und nach verdrängt. Heute sind Lithium-Akkus nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken – und das aus gutem Grund: Sie sind besonders klein und effizient und daher für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Nicht nur Smartphones und Tablets beziehen ihre Energie aus Lithium-Zellen, auch im Bereich Elektromobilität spielen sie eine wichtige Rolle. Lithium-Energiespeicher punkten hier unter anderem durch ihre hohe Energiedichte bei geringem Eigengewicht und einer schnellen Ladetechnik.

Die Kehrseite der Medaille: Immer wieder hört man von gefährlichen Vorfällen im Zusammenhang mit Lithium-Ionen Akkus. Im Jahr 2017 sorgte ein Parkhausbrand in Hannover für Schlagzeilen – verursacht wurde er durch den Akku eines E-Bikes. 2018 starb ein Mann aus Hamburg bei der Explosion eines Akku-Ladegerätes. Keine Frage: Explosionen und Brände von Lithium-Ionen Akkus können verheerende Folgen haben, indem sie teure Folgeschäden verursachen oder im schlimmsten Fall Menschenleben kosten. Daher stellt sich nicht nur für Privatpersonen sondern vor allem auch für Betriebe die dringende Frage nach einer möglichst sicheren Handhabung und Lagerung. Denn Fakt ist: §5 ArbSchG verpflichtet Arbeitgeber zur Ermittlung und Beurteilung von Gefährdungen sowie zur Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen. In unserem Praxis-Ratgeber werfen wir einen eingehenden Blick auf das Gefahrenpotenzial von Lithium-Energiespeichern und geben Ihnen einige wertvolle Tipps zur Schadenverhütung.



Funktionsweise eines Lithium-Ionen Akkus

Um die Gefährdungen durch Lithium-Energiespeicher beurteilen zu können, kann die Kenntnis um ihre Funktionsweise sehr hilfreich sein. Wichtig zu wissen: Es gibt nicht „den einen“ Lithium-Akku. Stattdessen existiert eine Vielzahl verschiedener Energiespeichersysteme, in denen Lithium in reiner oder gebundener Form verwendet wird. Grundlegend unterscheidet man in primäre (nicht wieder aufladbare) und sekundäre (wieder aufladbare) Lithium-Ionen Zellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch sind in der Regel letztere gemeint, wenn wir von Lithium-Ionen Batterien oder besser von Lithium-Ionen Akkumulatoren sprechen.

Ein Akkupack setzt sich je nach Leistung aus mehreren Zellen zusammen. Jede Lithium-Ionen Zelle besteht aus einer positiven und einer negativen Elektrode, der Anode und der Kathode. Zwischen ihnen befindet sich ein ionenleitender Elektrolyt. Dieser garantiert den Transport der Lithium-Ionen zwischen den Elektroden während des Lade- bzw. Entladevorgangs. Die bekannteste Form von Lithium-Energiespeichern sind die Lithium-Ionen Akkumulatoren, in welchen ein flüssiger Elektrolyt verwendet wird. Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der Separator. Er verhindert den direkten Kontakt zwischen Anode und Kathode und beugt somit einem Kurzschluss vor. Beim Entladen werden auf der Anodenseite Lithium-Ionen und Elektronen abgegeben. Die Elektronen fließen durch den äußeren Stromkreis und verrichten die elektrische Arbeit. Gleichzeitig wandern die Lithium-Ionen über die Elektrolytflüssigkeit und durch den Separator hindurch zur Kathode. Beim Aufladen kehrt sich dieser Vorgang um.

Je nach System können der Aufbau und die verwendeten Materialien eines Lithium-Ionen Akkus variieren. Im Lithium-Polymer-Akkumulator wird der Elektrolyt in das Molekülgerüst einer Polymerfolie eingebunden. Dadurch kann auf den gesonderten Separator verzichtet werden. Lithium-Polymer-Energiespeicher können nur geringe Entladeströme abgeben. Allerdings erlaubt die Polymerfolie eine flache Bauform, weshalb solche Energiespeicher vor allem in Mobiltelefonen und Laptops Verwendung finden. Die Dünnschicht-Lithium-Zelle ist ein Energiespeicher, in dem der Elektrolyt durch ein ionen-leitfähiges Gas ersetzt wird. Dies ermöglicht den Einsatz von Lithiummetall und somit eine extrem hohe Energiedichte. Diese Technik ist derzeit ein wichtiger Teil der Lithium-Energiespeicher-Forschung.


Wie gefährlich sind Lithium-Ionen Akkus?

Bei den heutigen Fertigungsstandards sind Lithium-Akkus als vergleichsweise sicher anzusehen. So werden in der Regel bereits seitens des Herstellers verschiedene Sicherheitstests durchgeführt, bevor (Serien-)Produkte in den Verkehr gebracht werden. Zum Beispiel ist eine Beförderung von Lithium-Energiespeichern nur dann zulässig, wenn ein Testzertifikat nach UN 38.3 vorliegt. Zur Erlangung dieses Zertifikats müssen einige Versuchsreihen erfolgreich absolviert werden, bei denen die Akkus unter verschiedenen Transportbedingungen getestet werden. Dazu gehören:

  • Höhensimulation

  • Thermische Prüfung

  • Schwingung

  • Schlag

  • Äußerer Kurzschluss

  • Aufprall / Quetschtest

  • Überladung

  • Erzwungene Entladung

Da die Akkus bei solchen Tests bis über ihre Belastungsgrenzen hinaus beansprucht werden können, finden sie unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt. Viele unserer Kunden führen zusätzlich eigene Testreihen durch, z.B. um die Sicherheit der Akkumulatoren in Verbindung mit ihren Produkten zu verifizieren. Dafür nutzen Sie Technische Raumsysteme von DENIOS als sichere Testumgebung. Interessieren Sie sich für das Testen von Lithium-Energiespeichern? Hier erfahren Sie mehr.

Um die Sicherheit von Lithium-Ionen Akkus zu erhöhen, können Hersteller diese bereits auf Zellebene mit verschiedenen Sicherheitseinrichtungen ausstatten. Wird innerhalb der Zelle ein entflammbarer Elektrolyt eingesetzt, können zum Beispiel flammhemmende Additive beigefügt werden, um besseren Schutz zu gewährleisten. Auch eine crashsichere Unterbringung des Akkumulators in einem korrosionssicheren Gehäuse mit feuerhemmendem Schaum kann eine wirkungsvolle Maßnahme sein.

Trotzdem sollte man im Umgang mit Lithium-Ionen Akkus besondere Vorsicht walten lassen – denn immer wieder kommt es zu gefährlichen Bränden. Werden Lithium-Ionen Akkus beispielsweise fehlerhaft gehandhabt oder gelagert, können sie ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Auch werksseitige technische Defekte können nicht immer von vornherein ausgeschlossen werden. Das Problem: Wenn etwas passiert, sind die Folgen oft verheerend. Die Gefahr ergibt sich aus der Bauweise des Akkus selbst. Wo Materialien mit hohen Energiedichten und hochentzündliche Elektrolyte zusammen kommen, bilden diese wahrsten Sinne des Wortes eine brandgefährliche Mischung. Im Folgenden stellen wir Ihnen häufige Ursachen von Lithium-Ionen Akkubränden vor:

Brandgefahr durch Überladen oder zu hohe Temperaturen

Werden Lithium-Energiespeicher überladen oder zu hohen Temperaturen ausgesetzt, kann es zur Überhitzung von Zellen kommen. Das sogenannte thermische Durchgehen (thermal runaway) ist eine stark exotherm verlaufende Reaktion, die das eingelagerte Lithium zur Zündung bringen und einen Metallbrand auslösen kann. Die hohe Wärmeenergie führt dabei zunächst zu einer Verdampfung der Elektrolyflüssigkeit, wodurch zusätzliche Wärme und brennbare Gase entstehen. Wird die Zündtemperatur eines Gases überschritten, entzündet sich dieses und setzt wiederum das reaktionsfreudige Lithium in Brand. Bereits das thermische Durchgehen von nur einer Zelle genügt, um die benachbarten Zellen des Akkublocks so weit aufzuheizen, dass eine folgenschwere Kettenreaktion entsteht. Ist diese einmal in Gang gesetzt, dauert es nur wenige Minuten bis zum explosionsartigen Abbrennen des Akkus.

Brandgefahr durch Tiefentladung

Auch in Folge einer Tiefentladung kann es zum Brandfall kommen. Sind Lithium-Ionen Akkus für längere Zeit nicht in Gebrauch, können sie sich vollständig entladen. Kalte Außentemperaturen – zum Beispiel während der Wintermonate – können diesen Effekt begünstigen. Auch hier kommt es zur Zersetzung der Elektrolytflüssigkeit und in Folge dessen zur Bildung leicht brennbarer Gase. Wird anschließend versucht, die tiefentladenen Lithium-Ionen Zellen wieder aufzuladen, kann die zugeführte Energie durch das Fehlen von Elektrolytflüssigkeit nicht mehr korrekt umgesetzt werden. Es kann zum Kurzschluss bzw. zum Brand kommen.

Brandgefahr durch mechanische Beschädigung

Bei der Handhabung von Lithium-Ionen Akkus besteht immer auch ein gewisses Risiko, diese zu beschädigen. Kollisionen mit Betriebsfahrzeugen, ein Sturz auf harten Boden oder Quetschen bei falschen Lagerbedingungen sind nur einige Beispiele. Werden Zellen in Folge dessen deformiert, kann das zu inneren Kurzschlüssen und zum Brand des Akkus führen. Auch können Verunreinigungen bei der Produktion der Zellen selbst nicht zu 100% ausgeschlossen werden. In seltenen Fällen kann es passieren, dass Partikel, die fälschlicherweise bei der Produktion in die Zelle gelangen, diese im Laufe der Zeit von innen schädigen. Auch hier können dann innere Kurzschlüsse auftreten.



Wenn ein Lithium-Ionen Akku brennt, handelt es sich um einen schwer zu löschenden Brand. Löschversuche mit inerten Mitteln sind meist erfolglos, da Lithium-Ionen Zellen den zum Brand benötigten Sauerstoff selbst erzeugen. Lediglich spezielle Löschpulver und -granulate eignen sich für die Bekämpfung von Entstehungsbränden der Klasse D. Sie können allerdings bei fortgeschrittener Ausbreitung kein geeignetes Mittel mehr sein (hier stellt sich u.a. das Problem einer flächendeckenden Verteilung).

Dennoch kann es durchaus empfehlenswert sein, Löschpulver oder -granulate in ausreichender Menge vorzuhalten, um präventiv Brände kompakter Energiespeicher zu verhindern bzw. sie direkt bei der Entstehung angehen zu können und „im Keim zu ersticken“: Durch Abdecken der Brandlast mit Extover-Granulat wird Sauerstoff verdrängt und vom Brennstoff getrennt. Wie Glas schmilzt Extover ab einer gewissen Temperatur. Das Granulat nimmt dabei viel Wärme in Form von Schmelzenergie auf, kühlt damit den Brand ab und bildet gleichzeitig eine undurchlässige Hülle über der Brandlast. Eine Reaktion mit Sauerstoff wird effektiv verhindert. In unserem Onlineshop finden Sie die geeigneten Produkte.

Bezüglich des Einsatzes von Wasser als Löschmittel gibt es verschiedene Ansichten. Da Lithium sehr reaktionsfreudig ist, raten einige davon ab, es mit Wasser in Kontakt zu bringen. Neuere Untersuchungen legen jedoch nahe, dass größere Mengen Wasser in der Lage sind, Lithium-Brände einzudämmen und wirksam zu bekämpfen. Als Erklärung werden hier u.a. der Kühleffekt genannt, der die Reaktion der Zellen verlangsamt. Auch kann die Brandausbreitung insofern reduziert werden, dass das Feuer nicht auf andere Medien überspringt. Allerdings wird zur Brandbekämpfung eine deutlich höhere Wassermenge benötigt als bei konventionellen Bränden. Um den Erfolg zu beschleunigen und ggf. auch die benötigte Wassermenge zu reduzieren, können dem Löschwasser auch verschiedene Additive zugefügt werden. Generell gilt, die individuell im Betrieb vorhandenen Risiken und Gefahren abzuschätzen und in Zusammenarbeit mit Fachleuten und Sachversicherern ein geeignetes Lösch- und Brandschutzkonzept zu erarbeiten.

Das Ausbrechen eines Brandes ist leider nicht das einzige Risiko, das von Lithium-Ionen Akkus ausgeht. Bei einer Reaktion besteht ebenfalls die Gefahr, dass schädliche Stoffe wie Salz- oder Flusssäure aus dem Inneren der Zelle abgesondert werden. Diese können zum Beispiel in Form von Dämpfen auftreten und Menschen durch Hautkontakt oder Einatmen schädigen. Beim Löschvorgang können sie durch Löschwasser verdünnt werden, in den Boden sickern (falls keine geeignete Auffangvorrichtung vorhanden ist) und Umweltschäden verursachen.

Generell gilt: Das Gefährdungspotential von Lithium-Ionen Akkus steigt, je mehr Energie die verwendeten/gelagerten Akkus speichern können und je größer die Menge ist, die gelagert wird. Dies, sowie Ihre individuellen betrieblichen und baulichen Gegebenheiten, Prozesse und organisatorische Randbedingungen sollten immer im Einzelfall im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung bewertet werden.


Maßnahmen zur Schadenverhütung

Die Lagerung von Lithium-Ionen Akkus stellt viele Unternehmen vor ein Dilemma. Sie sind allgemein nach §5 ArbSchG dazu verpflichtet, Gefährdungen im Betrieb zu beurteilen und diesen mit geeigneten Schutzmaßnahmen entgegenzuwirken. Speziell für die Lagerung von Lithium-Energiespeichern existieren jedoch bislang keine rechtlichen Vorschriften, an denen man sich orientieren könnte. Somit obliegt es den Unternehmen selbst, geeignete Maßnahmen festzulegen und umzusetzen. Unter anderem aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Batterietypen ist es aktuell auch nicht möglich, allgemeingültige Aussagen zu geeigneten Schutzmaßnahmen und -konzepten zu treffen. Eine Einzelfallbetrachtung ist daher in jedem Fall erforderlich. Es empfiehlt sich eine Kooperation mit Feuerwehren, Sachversicherern und Zulassungsstellen zur  Erarbeitung eines ganzheitlichen Schutzkonzeptes für Ihre individuelle Lagersituation. Als Experten in Sachen Gefahrstofflagerung stehen selbstverständlich auch wir Ihnen gerne zur Seite. Sprechen Sie uns einfach an! Im Folgenden finden Sie eine Reihe an Informationsquellen, aus denen Sie zusätzlich Hinweise für die sichere Lagerung von Lithium-Ionen Akkus beziehen können:

Herstellerinformationen

Grundsätzlich gibt Ihnen der Hersteller allgemeine Hinweise zur sicheren Handhabung und Lagerung seiner Produkte – zum Beispiel zu den optimalen Betriebs- und Lagertemperaturen. Diese Vorgaben, die Sie üblicherweise in den Betriebsanweisungen und/oder Sicherheitsdatenblättern finden, sollten unbedingt eingehalten werden. Hersteller sind nach § 18 Absatz 2 BattG zudem verpflichtet, über die in ihren Produkten enthaltenen Stoffe und deren Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu informieren. Hieraus können Sie ebenfalls Schlüsse für Ihre Gefährdungsbeurteilung ziehen.

Merkblatt des VdS

Weiterhin wurde vom Verband der Schadenversicherer (VdS) ein Merkblatt publiziert, welches Hinweise zur Schadenverhütung bei der Bereitstellung von Lithium-Ionen Batterien in Produktions- und Lagerbereichen gibt. Lithium-Energiespeicher werden nach der Empfehlung des VdS in drei verschiedene Leistungsklassen eingeteilt: Lithium-Batterien geringer Leistung, mittlerer Leistung und hoher Leistung. Dazu werden allgemein geltende sowie je nach Leistungsklasse spezifische Sicherheitsregeln für deren Lagerung angegeben. Einen Überblick bietet Ihnen die folgende Infografik.

 

 

Bezüglich der Bereitstellung von Lithium-Ionen Batterien an Produktionsplätzen weist der VdS darauf hin, dass hier der Tagesbedarf eingehalten werden sollte, d.h. Begrenzung der bereitgestellten Menge auf das notwendige Minimum. Zusätzlich sollten geeignete Feuerlöscheinrichtungen vorgehalten werden.



Fachmedien und -publikationen

Nicht nur die Tagespresse beschäftigt sich mit den Sicherheitsaspekten rund um das Thema Lithium-Energiespeicher. Aufgrund der anhaltenden Aktualität veröffentlichen auch immer wieder Fachmedien entsprechende Artikel. Wir haben für Sie recherchiert und die gängigsten Hinweise und Tipps für den Umgang mit Lithium-Akkus für Sie zusammengefasst.

Generell wird empfohlen, Lithium-Energiespeicher wie einen Gefahrstoff zu behandeln und den Umgang entsprechend zu gestalten, d.h. eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen, geeignete Maßnahmen daraus abzuleiten, spezifische Sicherheitsanweisungen zu erstellen und die Mitarbeiter im fachgerechten Umgang mit den gefährlichen Medien zu schulen. Passende Anhaltspunkte können hier vorhandene Regelwerke wie z.B. die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) oder die TRGS 510 „Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern“ liefern.  

Allgemeine Sicherheitshinweise für die alltägliche Handhabung von Lithium-Ionen Akkus können vereinfacht zu fünf Punkten zusammengefasst werden:

Thermische Belastungen vermeiden
Thermische Belastungen vermeiden
Kein Kontakt mit Feuchtigkeit
Kein Kontakt mit Feuchtigkeit
Nur geeignete Ladegeräte verwenden
Nur geeignete Ladegeräte verwenden
Umsicht bei Ladevorgängen
Umsicht bei Ladevorgängen
Beschädigungen vermeiden
Beschädigungen vermeiden

Thermische Belastungen können nicht nur Einfluss auf die Lebensdauer, sondern auch auf die Sicherheit von Lithium-Ionen Akkus haben. Setzen Sie die Energiespeicher nicht unmittelbar und dauerhaft hohen Temperaturen oder Wärmequellen aus. Dazu zählt auch direkte Sonneneinstrahlung. Auch längerfristige Kälteeinwirkung sollte vermieden werden, da diese bei Gebrauch eine Tiefentladung begünstigt. Werden tiefentladene Lithium-Energiespeicher anschließend wieder an ein Ladegerät angeschlossen, kann es ebenfalls zum Brandfall kommen. Halten Sie sich daher an die vom Hersteller empfohlenen Betriebs- und Lagertemperaturen.

Der Kontakt mit Feuchtigkeit (z.B. durch Niederschlag, Kondens- oder Spritzwasser) kann zu einem Kurzschluss des Akkumulators führen. Daher sollten Sie Lithium-Energiespeicher stets trocken lagern und auch beim Transport sowie beim Gebrauch vor Feuchtigkeit schützen.

Eine der häufigsten Ursachen für Akku-Brände, vor allem auch im Privatbereich, ist die Nutzung von nicht kompatiblen Ladegeräten. Diese können z.B. eine höhere Spannung aufweisen als für den Akku benötigt und diesen dadurch zerstören. Verwenden Sie daher ausschließlich Ladegeräte, die für den Gebrauch in Verbindung mit Ihrem Akku-Modell vorgesehen sind.

Neben der Nutzung falscher Ladegeräte existieren weitere Risiken beim Ladevorgang. Laden Sie Lithium-Akkus nicht über längere Zeit auf, wenn diese nicht benötigt werden. Auch brennbare Gegenstände in der Nähe sind keine gute Idee. Wenn möglich, legen sie den Akku während des Ladevorgangs auf Beton- oder Fliesenböden. Möchten Sie Akkus anschließend (ein-)lagern, empfiehlt sich ein Ladestand (SoC) von ca. 30%. Dadurch reduzieren Sie die Energiemenge, die im Ernstfall Schaden anrichten kann. Achtung: Ein gewisser Mindestladestand sollte immer vorhanden sein, um einer Tiefentladung vorzubeugen. Richten Sie sich hier nach den Herstellervorgaben.

Mechanische Beschädigungen können die Deformation von Zellen innerhalb des Akkus verursachen und zu inneren Kurzschlüssen führen. Tragen Sie daher Sorge, dass die Lithium-Energiespeicher keinen Stößen, Schlägen oder Kollisionen ausgesetzt werden. Falls doch einmal etwas passiert, sollten beschädigte Akkus auf keinen Fall mehr verwendet, sondern sofort entfernt, bis zur Entsorgung getrennt gelagert und ordnungsgemäß entsorgt werden. Vorsichtshalber sollten Sie auch die Pole beschädigter Akkus sichern, z.B. mittels Polkappen. Selbstverständlich sollten Lithium-Akkus auch nicht zerlegt, geöffnet oder zerkleinert werden.


Änderungen und Irrtümer vorbehalten. Alle zur Verfügung gestellten Informationen wurden sorgfältig recherchiert. Dennoch kann die DENIOS AG keinerlei Gewähr für die Aktualität, Korrektheit, Vollständigkeit oder Qualität der bereitgestellten Informationen übernehmen.


Lösungen von DENIOS – Individuell statt 08/15

Je nach Lagersituation gilt es zu bewerten, welche Gefahren mit welcher Wahrscheinlichkeit und mit welchen Folgen auftreten können. Eine Standardlösung gibt es hier nicht – vielmehr sollten Ihre individuellen Anforderungen genau evaluiert und das Sicherheitskonzept darauf abgestimmt werden. Es gilt, frühzeitig Sachversicherer in die baulichen Schutzmaßnahmen-Konzepte zu involvieren – und einen Hersteller zu wählen, der eine jahrzehntelange Kompetenz in der Gefahrstofflagerung vorweisen kann. Wir stehen Ihnen gerne mit einem breit gefächerten Erfahrungsschatz zur Seite.

Technische Raumsysteme: Maßgeschneidert und kundenindividuell realisiert

Das Gefahrenpotenzial von Lithium-Energiespeichern stellt besondere Herausforderungen an Lagersysteme. Hier bieten wir Ihnen Sicherheitsräume, die speziell für diese Zwecke ausgelegt sind. Neben der Gewährleistung von 90-minütigem Brandschutz von innen und außen können die Systeme mit zahlreichen Sicherheitsausstattungen versehen werden: Dazu gehören Druckentlastungsflächen im Dachbereich, technische Lüftungen, Raumüberwachungssysteme (z.B. Gasdetektion, Temperaturüberwachung oder Brandfrühsterkennung), integrierte Auffangwannen für optimale Sicherheit im Havariefall oder integrierte Löschanlagen. Wenn Sie Lithium-Ionen Akkus testen wollen, konstruieren wir Ihnen dafür die passende, sichere Umgebung. Testräume können beispielsweise als Klimakammer realisiert werden, die das Testen der Energiespeicher innerhalb verschiedener Temperaturbereiche ermöglicht.

Gerade weil es keine standardisierten Vorschriften im Bereich der Lagerung von Lithium-Energiespeichern gibt und Risiken je nach Betrieb stark variieren können, sollte ein Raumsystem immer genauestens an Ihre individuellen betrieblichen Anforderungen angepasst werden. Deshalb entwickeln unsere Ingenieure zusammen mit Ihnen ein optimales und maßgeschneidertes Konzept für Ihr Lager- oder Testsystem.

Schon gewusst? Zahlreiche Unternehmen vertrauen bei der sicheren Lagerung von Lithium-Energiespeichern auf DENIOS. Auch Testräume haben wir bereits für viele namhafte Kunden realisiert. Lesen Sie hierzu unsere spannenden Praxisberichte: Unter anderem entwickelten wir einen Showroom für Energiespeicher für den bekannten Hersteller HOPPECKE, einen Prüfstand für stationäre Energiespeicher für die Voltavision GmbH und ein Gefahrstofflager für Lithium-Ionen Akkus der KTM-Sportmotorcycle AG.


Wir beraten Sie gerne

Wir bei DENIOS haben bereits 1986 begonnen, für alle Themen rund um die sichere, gesetzeskonforme Lagerung und Handhabung von Gefahrstoffen Kompetenz aufzubauen. Wir kennen die zahlreichen Verpflichtungen, denen Sie in Unternehmen nachkommen müssen, um Ihrer täglichen Verantwortung gerecht zu werden. Auf diesem Wissen aufbauend können wir unseren Kunden auch rund um das Thema Lagern und Testen von Lithium-Energiespeichern zur Seite stehen. Sprechen Sie uns an!

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