Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge
(24 Artikel in 39 Ausführungen)Wer in explosionsgefährdeten Bereichen mit Zangen, Rohrschneidern oder Scheren arbeitet, braucht Werkzeug, das keine Funken schlägt. Schon ein einzelner Zündfunke kann in einer Ex-Zone ausreichen, um brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube zu entzünden.
Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge sind speziell für den Einsatz in solchen Umgebungen entwickelt. Sie bestehen aus Sonderlegierungen, die auch bei starker mechanischer Beanspruchung keine zündfähigen Funken erzeugen. Das macht sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil des betrieblichen Explosionsschutzes, besonders in der Chemie, im Anlagen- und Kältebau sowie in der Petrochemie.
- Funkenfreie Schraubenschlüssel
- Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge
- Funkenfreie Beile, Schaufeln und Sägen
- Funkenfreie Hammer
- Funkenfreie Spachtel, Schaber und Bürsten
- Funkenfreie Knarren und Steckschlüssel
- Funkenfreie Schraubendreher und Stiftschlüssel
- Funkenfreie Spezialschlüssel
- Funkenfreie Einsätze für Schlagschrauber
- Funkenfreie Keile und Brechstangen
- Funkenfreie Meißel und Durchtreiber
- Sonstige funkenfreie Handwerkzeuge
- Alle Produkte
Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge: Was Sie für den Ex-Bereich wissen müssen
In den folgenden Abschnitten erfahren Sie, welche rechtlichen Anforderungen für den Einsatz funkenfreier Zangen gelten, welche Materialien dabei entscheidend sind und wie Sie die Werkzeuge richtig pflegen, um ihre Schutzwirkung dauerhaft zu erhalten.
Wann sind funkenfreie Zangen und Schneidwerzeuge Pflicht?
Funkenfreies Werkzeug ist immer dann vorgeschrieben, wenn in einem Arbeitsbereich explosionsgefährdete Atmosphären entstehen können oder vorhanden sind. Die rechtliche Grundlage bildet die ATEX-Richtlinie 1999/92/EG (auch ATEX 137 genannt), die in Deutschland durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) umgesetzt wird. Ergänzend regelt die TRGS 720 den Umgang mit brennbaren Gasen und Dämpfen in Ex-Zonen.
Betriebe sind verpflichtet, eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und Ex-Zonen auszuweisen (Zone 0, 1, 2 für Gase; Zone 20, 21, 22 für Stäube). In diesen Zonen darf nur geprüftes, geeignetes Werkzeug eingesetzt werden, dazu zählen ausdrücklich auch Zangen und Schneidwerkzeuge. Standardwerkzeug aus Stahl ist dort nicht zulässig.
Welche Materialien machen Zangen und Schneidwerkzeuge funkenfrei?
Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge bestehen in der Regel aus zwei Materialien: Sonderbronze (Kupfer-Aluminium-Legierung) oder Kupfer-Beryllium. Beide Legierungen erzeugen beim Aufprall auf Stahl oder Beton keine zündfähigen Funken.
| Material | Eigenschaften | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Sonderbronze | Robust, korrosionsbeständig, kostengünstiger | Kombizangen, Rohrzangen, Rohrschneider |
| Kupfer-Beryllium | Höhere Festigkeit, geringeres Gewicht | Präzisionswerkzeuge, Schneidwerkzeuge |
Beide Materialien werden vom BAM (Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung) zertifiziert. Das BAM-Zertifikat ist ein wichtiger Nachweis für den bestimmungsgemäßen Einsatz in Ex-Zonen und sollte bei der Beschaffung immer eingefordert werden.
Typische Werkzeugtypen und ihre Einsatzbereiche
Im Bereich funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge sind vor allem folgende Typen relevant:
Kombizangen: Für allgemeine Montagearbeiten in Ex-Bereichen
Wasserpumpenzangen und Eckrohrzangen: Besonders im Anlagen- und Kältebau verbreitet
Telefonzangen: Für Arbeiten in engen Einbausituationen
Rollgabelschlüssel: Als funktionale Ergänzung zu Zangen
Rohrschneider und Rohrabschneider: Für Schneidarbeiten an Rohrleitungen, z. B. bis Ø 50 mm
Besonders im Anlagen- und Kältebau, in der Chemieproduktion sowie bei der Wartung von Tankanlagen und Pipelines gehören diese Werkzeuge zur Standardausrüstung. Wer dort mit handelsüblichem Stahlwerkzeug arbeitet, riskiert nicht nur eine Explosion sondern auch rechtliche Konsequenzen.
Das vollständige Sortiment an funkenfreien Werkzeugen umfasst neben Zangen auch funkenfreie Hammer, Schraubendreher, Schraubenschlüssel, Meißel und Spezialschlüssel.
Worauf Sie bei Pflege und Lagerung achten sollten
Funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge sind robust, aber nicht unempfindlich. Regelmäßige Reinigung und sachgemäße Lagerung verlängern die Lebensdauer und erhalten die Schutzwirkung.
Wichtige Hinweise:
Werkzeuge nicht mit ätzenden Stoffen in Kontakt bringen, das kann die Legierung angreifen und die Funkenfreiheit beeinträchtigen.
Sichtprüfung vor jedem Einsatz: Risse, Verformungen oder starke Abnutzung können die Schutzfunktion aufheben.
Getrennte Lagerung von Standardwerkzeug empfehlenswert, um Verwechslungen im Betrieb zu vermeiden.
Beschädigtes Werkzeug sofort aus dem Verkehr ziehen, kein Einsatz in Ex-Zonen mit beschädigten Teilen.
Grundsätzlich gelten für funkenfreie Zangen und Schneidwerkzeuge dieselben Wartungsempfehlungen wie für anderes Präzisionswerkzeug mit dem entscheidenden Unterschied, dass hier die Schutzfunktion direkt an den Materialzustand geknüpft ist.
Häufige Fragen (FAQ) zu funkenfreien Zangen und Schneidwerkzeuge
Was sind funkenfreie Zangen?
Funkenfreie Zangen sind Werkzeuge aus Sonderlegierungen wie Sonderbronze oder Kupfer-Beryllium, die beim Einsatz keine zündfähigen Funken erzeugen. Sie sind speziell für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen (Ex-Zonen) entwickelt und werden auch als ATEX-Werkzeuge bezeichnet.
Wann müssen funkenfreie Zangen eingesetzt werden?
Immer dann, wenn in einem Arbeitsbereich eine explosionsgefährdete Atmosphäre vorhanden ist oder entstehen kann, also in ausgewiesenen Ex-Zonen nach ATEX-Richtlinie 1999/92/EG. Die Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung und Zoneneinteilung ergibt sich aus der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV).
Was bedeutet BAM-zertifiziert bei funkenfreiem Werkzeug?
Das BAM-Zertifikat bestätigt, dass das Werkzeug durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung geprüft wurde und die Anforderungen für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen erfüllt. Es ist ein wichtiger Nachweis für Betreiber und Behörden.
Dürfen funkenfreie Zangen mit ätzenden Stoffen in Kontakt kommen?
Nein. Ätzende Substanzen können die Legierung angreifen und die Funkenfreiheit dauerhaft beeinträchtigen. Werkzeuge, die mit solchen Stoffen in Kontakt gekommen sind, sollten vor dem nächsten Einsatz geprüft werden.
Was ist der Unterschied zwischen Sonderbronze und Kupfer-Beryllium?
Sonderbronze ist robuster und kostengünstiger, Kupfer-Beryllium bietet höhere Festigkeit bei geringerem Gewicht. Beide Materialien sind funkenfrei und BAM-zertifiziert. Die Wahl hängt vom Einsatzbereich und den mechanischen Anforderungen ab.