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Die 7 größten Fehler beim Entleeren von Auffangwannen

Dass Flüssigkeiten auslaufen, ist keine Seltenheit und kann jederzeit passieren. Wer das Gebinde auf einer Auffangwanne gelagert hat, hat erst einmal alles richtig gemacht: Sie verhindert zuverlässig, dass die gefährlichen Stoffe ins Erdreich gelangen. Aber was nun? Wie kommt die Flüssigkeit wieder aus der Wanne heraus? Das ist nicht so trivial, wie es sich anhört: Beim Entleeren von Auffangwannen können folgenschwere Fehler passieren. Hier erfahren Sie, was Sie unter keinen Umständen tun sollten – und wie es richtig geht.

1. Nichts tun

Beim Blick in die Auffangwanne wird eine Leckage entdeckt. Gerade ist aber keine Zeit, sich darum zu kümmern, weil andere Arbeiten anstehen oder gleich Feierabend ist. Macht doch nichts, morgen ist auch noch ein Tag – keine gute Idee!

Bei einer Leckage sollten Sie sofort und ohne Umschweife aktiv werden. Denn Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet, den benötigten Auffangraum jederzeit zu gewährleisten. Wenn sich bereits Flüssigkeit in der Wanne befindet, kann das vorgeschriebene Auffangvolumen nicht mehr gegeben sein. Bei besonders heiklen Stoffen, die zum Beispiel gefährliche Dämpfe absondern, ist erst recht ein schnelles Handeln gefragt, um Gesundheits- und/oder Brandgefahren entgegenzuwirken. Verlieren Sie trotzdem nicht den Kopf: Sicherheit steht an erster Stelle! Beurteilen Sie zuallererst die Gefahr, die von der Leckage ausgeht, und identifizieren Sie die ausgelaufene Flüssigkeit sowie deren Menge. Je nach Gefährdungsbeurteilung bzw. Betriebsanweisung ist der Gefahrenbereich unter Umständen auch abzusperren und / oder zu evakuieren. Informieren Sie gegebenenfalls die (Werks-)Feuerwehr sowie weiteres Hilfspersonal.

Um rechtzeitig über eine Leckage informiert zu sein, empfehlen wir die zusätzliche Ausstattung der Auffangwanne mit dem Gefahrstoff-Leckage-Warnsystem SpillGuard®. Dieses warnt im Falle austretender, gefährlicher Flüssigkeiten durch einen akustischen und optischen 24-Stunden-Alarm.

2. Keine Schutzausrüstung tragen

Sie möchten Ihren Pflichten nachkommen und die Auffangwanne schnellstmöglich wieder einsatzbereit machen. Daher packen Sie sofort beherzt zu. Falsch!

Die Entleerung einer Auffangwanne sollte genau wie die Bereinigung jeder anderen Leckage angegangen werden: Einer der ersten Schritte ist daher das Anlegen der geeigneten Persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Dazu gehören mindestens:

Je nach Stoff kann zusätzlich auch andere Ausrüstung wie Atem- oder Ganzkörperschutz benötigt werden. Konsultieren Sie die Betriebsanweisungen oder Sicherheitsdatenblätter.

3. Kippen oder ausschütten

Die Auffangwanne einfach nur auskippen und fertig? Bloß nicht!

Beim Kippen oder Ausschütten besteht eine erhebliche Gefahr, Sekundärleckagen zu verursachen. Daher sollten Sie eine vollgelaufene Auffangwanne auch auf keinen Fall mit dem Stapler verfahren oder gar selbst tragen.

Selbst wenn mehrere Personen gemeinsam mit anfassen, ist das Risiko zu hoch – es genügt nur eine kleine Unachtsamkeit, und ein Mitarbeiter kommt im schlimmsten Fall großflächig mit überschwappender Flüssigkeit in Kontakt. Auch wenn die Auffangwanne nur versehentlich mit Regenwasser vollgelaufen ist: Nicht einfach auskippen! Hier ist eventuell eine Verunreinigung mit Resten von zuvor gelagerten Betriebsstoffen gegeben.

4. Die Flüssigkeit mit Gefäßen abschöpfen

Auch ein Abschöpfen der ausgelaufenen Flüssigkeit ist kein geeigneter Weg, um die Leckage zu beseitigen.

Es kann leicht passieren, dass gekleckert und eine Sekundärleckage erzeugt wird. Und selbst wenn dabei Schutzhandschuhe getragen werden, kann ein unnötig großflächiger Kontakt mit dem Gefahrstoff entstehen. Schutzhandschuhe bieten zwar größtmögliche Sicherheit, falls beim Umgang mit gefährlichen Stoffen mal etwas daneben geht – unnötige Risiken sollte man trotzdem nicht eingehen.

Verwenden Sie stattdessen eine Pumpe oder einen Flüssigkeitssauger zum Aufnehmen der ausgelaufenen Flüssigkeit (bei geringen Flüssigkeitsmengen reicht unter Umständen auch ein Bindemittel aus). Entfernen Sie die Flüssigkeit möglichst vollständig aus der Auffangwanne und prüfen Sie anschließend, ob noch Rückstände verblieben sind. Diese können mit einem Bindemittel aufgenommen werden. Anschließend sollte die Auffangwanne gründlich dekontaminiert / gereinigt werden.

5. Ein Hilfsmittel für alle Stoffe

Eine Pumpe für alle Stoffe verwenden? Auf keinen Fall!

Nicht nur die zu ergreifenden Sicherheitsmaßnahmen sollten je nach Betriebsanweisung stoffbedingt erfolgen. Auch alle verwendeten Pumpen, Flüssigkeitssauger und Bindemittel müssen für den ausgelaufenen Stoff geeignet sein! Halten Sie die geeigneten Produkte vor, damit Sie im Fall der Fälle sofort das passende Hilfsmittel zur Hand haben.

6. Ungeeignete Reinigungsmittel

Je nachdem, welche Flüssigkeit ausgelaufen ist, kann zur Dekontamination der Auffangwanne Wasser oder ein geeigneter Reiniger verwendet werden. Vermeiden Sie jedoch grobe mechanische Reinigungsvorgänge und verwenden Sie auch sonst nichts, was das Material der Wanne schädigen könnte (z.B. Scheuermittel). Die Funktionstüchtigkeit der Auffangwanne kann ansonsten nicht mehr gewährleistet sein. Schließlich würden Sie auch Ihre Teflon-Pfanne zuhause nicht mit dem Stahlschwamm putzen.

7. Im Nachhinein ungeprüft andere Stoffe auf der Wanne lagern

Vor allem auch nach einer Leckage sollten Sie die Stoffe, die Sie auf der Wanne lagern, eingehend prüfen. Werden mit dem vorherigen Lagergut unverträgliche Betriebsstoffe auf die Auffangwanne gestellt, kann es im schlimmsten Fall zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Überprüfen Sie daher in jedem Fall, ob die neuen Stoffe verträglich sind. Als Grundlage können Sie die Zusammenlagerungstabelle nach TRGS 510 Abschnitt 7 heranziehen.

Denken Sie auch an die fachgerechte Entsorgung!

Verlassen Gefahrstoffe das Firmengelände, muss ein sicherer Transport gewährleistet sein. Die aufgenommenen Flüssigkeiten sind entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu entsorgen. Informationen hierzu erteilen alle zertifizierten Entsorgungsfachbetriebe. Eine vorübergehende Sammlung von z.B. ölhaltigen Bindemitteln kann in ASP-Behältern erfolgen. Dabei handelt es sich um einwandige oder doppelwandige, feuerverzinkte Behälter.

Wir beraten Sie gerne!

Ob am Telefon, via E-Mail oder persönlich bei Ihnen vor Ort - wir helfen Ihnen und beraten Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

Kostenlose Fachberatung 0800 753 000 2

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