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Funkenfreie Spachtel, Schaber und Bürsten

(15 Artikel in 24 Ausführungen)

Beim Thema Ex-Schutz-Werkzeug denken die meisten zuerst an Schraubenschlüssel oder Hämmer. Dabei werden Spachtel, Schaber und Bürsten im Arbeitsalltag mindestens genauso häufig eingesetzt und sind in explosionsgefährdeten Bereichen genauso zündgefährlich, wenn sie aus dem falschen Material bestehen.

Funkenfreie Spachtel, Schaber und Bürsten sind speziell für den Einsatz in ATEX-Zonen entwickelt. Sie ermöglichen Reinigungs-, Abkratz- und Auftragarbeiten, ohne dass Funken entstehen und sind damit ein unverzichtbarer Bestandteil eines vollständigen Ex-Schutz-Werkzeugkonzepts.

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Funkenfreie Spachtel, Schaber und Bürsten: Einsatz, Auswahl und Praxis

Die folgenden Abschnitte zeigen, warum gerade Reinigungswerkzeug in Ex-Zonen oft unterschätzt wird, welche Ausführungen für welche Aufgaben geeignet sind und welche Fehler im Betriebsalltag vermieden werden müssen.

Reinigungswerkzeug in Ex-Zonen: Das unterschätzte Zündrisiko

Spachtel und Schaber werden häufig mit Kraft gegen harte Oberflächen gedrückt oder geführt, wie etwa beim Abkratzen von Rückständen an Behältern, Rohrleitungen oder Maschinenteilen. Dabei entsteht mechanische Reibung. Besteht das Werkzeug aus Stahl, kann dieser Kontakt ausreichen, um einen zündfähigen Funken zu erzeugen.

Bürsten aus Stahldraht sind noch kritischer: Einzelne Drahtborsten können sich lösen, auf heiße oder metallische Oberflächen treffen und dabei Funken schlagen. In einer Atmosphäre mit brennbaren Gasen, Dämpfen oder Stäuben ist das ein direkt zündrelevantes Ereignis.

Funkenfreies Reinigungswerkzeug schließt diese Zündquelle konsequent aus und ist in klassifizierten Ex-Zonen kein optionales Upgrade, sondern Teil der Schutzmaßnahmen, die aus der Gefährdungsbeurteilung folgen.

Spachtel, Schaber, Bürste – welches Werkzeug für welche Aufgabe?

Die drei Werkzeugtypen decken unterschiedliche Tätigkeiten ab und sind nicht beliebig austauschbar:

Werkzeug Typische Aufgaben in Ex-Zonen
Spachtel Auftragen und Verteilen von Pasten, Dichtmassen oder Beschichtungen; Abstreifen von weichen Rückständen
Schaber Entfernen harter Ablagerungen, Verkrustungen oder Lackresten von Metalloberflächen
Bürste Reinigen von Oberflächen, Gewinden oder Schweißnähten; Entfernen loser Partikel und Stäube

In der Praxis werden alle drei Werkzeuge oft kombiniert eingesetzt, wie beim Reinigen und Vorbereiten von Flanschflächen vor einer Wartung oder beim Entfernen von Produktrückständen in Behältern und Rohrleitungen. Wer den Ex-Schutz-Werkzeugbestand vollständig aufstellen möchte, findet bei DENIOS im Bereich funkenfreie Werkzeuge das passende Gesamtsortiment.

Worauf bei der Materialwahl wirklich zu achten ist

Anders als bei Knarren oder Schraubenschlüsseln spielen bei Spachteln, Schabern und Bürsten nicht nur die Metallteile eine Rolle sondern auch Griff und Borsten.

Klinge und Körper: Funkenfreie Spachtel und Schaber bestehen in der Regel aus Berylliumkupfer oder Aluminium-Bronze, denselben Legierungen, die auch bei anderen funkenfreien Handwerkzeugen eingesetzt werden. Berylliumkupfer bietet höhere Festigkeit, Aluminium-Bronze punktet mit Magnetfreiheit und guter Chemikalienbeständigkeit.

Borsten bei Bürsten: Stahldrahtbürsten sind in Ex-Zonen grundsätzlich nicht zulässig. Funkenfreie Bürsten verwenden stattdessen Borsten aus Messing, Bronze oder geeigneten Kunststoffen. Messingborsten sind dabei die häufigste Wahl: weich genug, um Oberflächen nicht zu beschädigen, und zuverlässig funkensicher.

Griff: Auch der Griff sollte aus einem antistatischen oder elektrisch ableitfähigen Material bestehen, wenn in der Ex-Zone zusätzlich elektrostatische Zündgefahren relevant sind. Das ist insbesondere in Bereichen mit feinen brennbaren Stäuben zu prüfen.

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Kontaminationsrisiko im Alltag: Die häufigsten Fehlerquellen beim Einsatz

Funkenfreies Werkzeug verliert seine Schutzwirkung, wenn es im Betrieb falsch gehandhabt wird. Bei Spachteln, Schabern und Bürsten gibt es einige spezifische Risiken, die in der Praxis häufig übersehen werden:

  • Gemeinsame Lagerung mit Stahlwerkzeug: Stahlspäne oder Metallpartikel setzen sich auf der Oberfläche ab und machen das Werkzeug zündgefährlich. Funkenfreies Werkzeug muss getrennt und klar gekennzeichnet gelagert werden.

  • Reinigung mit Stahlbürsten: Ein klassischer Widerspruch, wer einen funkenfreien Schaber mit einer Stahldrahtbürste reinigt, kontaminiert ihn dabei. Nur Kunststoff- oder Messingbürsten verwenden.

  • Beschädigte Borsten bei Bürsten: Gebrochene oder verbogene Borsten können sich lösen und auf Oberflächen aufschlagen. Bürsten vor jedem Einsatz auf Unversehrtheit prüfen.

  • Einsatz von Stahlklingen als „Notlösung": Gerade bei Reinigungsarbeiten greifen Mitarbeitende unter Zeitdruck manchmal auf vorhandenes Stahlwerkzeug zurück. Das ist in Ex-Zonen nicht tolerierbar und muss durch klare Betriebsanweisungen ausgeschlossen werden.

Reinigungsarbeiten in Ex-Zonen: Was Betreiber rechtlich beachten müssen

Reinigungsarbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen sind keine Routinetätigkeit ohne Regelungsbedarf. Sie fallen unter die allgemeinen Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und müssen in der Gefährdungsbeurteilung explizit berücksichtigt sein.

Konkret bedeutet das:

  • Die eingesetzten Werkzeuge müssen für die jeweilige Ex-Zone geeignet sein, das schließt Reinigungswerkzeug ausdrücklich ein.

  • Die TRGS 720 und TRGS 721 fordern, dass alle potenziellen Zündquellen, also auch mechanische identifiziert und durch geeignete Maßnahmen ausgeschlossen werden.

  • Mitarbeitende, die in Ex-Zonen arbeiten, müssen auf die spezifischen Anforderungen an Werkzeug und Verhalten unterwiesen sein. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.

  • Die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG verpflichtet Arbeitgeber, ein Explosionsschutzdokument zu erstellen, das auch die Auswahl der Arbeitsmittel begründet.

Wer Reinigungsarbeiten in Ex-Zonen an externe Dienstleister vergibt, trägt als Betreiber weiterhin die Verantwortung dafür, dass geeignetes Werkzeug eingesetzt wird.

Häufige Fragen (FAQ) zu Funkenfreien Spachteln, Schaber und Bürsten

Kann ich einen normalen Kunststoffspachtel in einer Ex-Zone verwenden?

Das kommt auf die Zone und die Art der Gefährdung an. Kunststoff erzeugt zwar keine Reibungsfunken, kann aber elektrostatische Aufladungen erzeugen, ein relevantes Zündrisiko in Bereichen mit brennbaren Stäuben oder Gasen. Im Zweifel ist antistatisch ausgerüstetes oder speziell geprüftes Werkzeug zu wählen.

Sind Messingbürsten automatisch für alle Ex-Zonen geeignet?

Messing ist funkensicher und für die meisten Ex-Zonen geeignet. In Bereichen mit Acetylen oder bestimmten Metallstäuben (z. B. Aluminium) kann Messing jedoch chemisch reagieren. Hier ist Rücksprache mit dem Sicherheitsbeauftragten und ein Blick in die Gefährdungsbeurteilung erforderlich.

Wie oft müssen funkenfreie Bürsten ausgetauscht werden?

Es gibt keine gesetzlich festgelegte Austauschfrist. Entscheidend ist der Zustand: Gebrochene, verbogene oder kontaminierte Borsten sind ein Ausschlussgrund. Regelmäßige Sichtprüfung vor dem Einsatz ist Pflicht.

Darf ich funkenfreie Spachtel auch außerhalb von Ex-Zonen einsetzen?

Ja, das ist problemlos möglich. Die Werkzeuge sind lediglich aus einem weicheren Material als Stahl für die meisten Anwendungen außerhalb von Ex-Zonen ist das kein Nachteil.

Was ist der Unterschied zwischen einem funkenfreien Schaber und einem funkenfreien Spachtel?

Der Schaber ist für das kraftvolle Entfernen harter Ablagerungen ausgelegt und hat meist eine steifere, kürzere Klinge. Der Spachtel ist flexibler und eignet sich besser zum Auftragen und Verteilen von Massen sowie zum Abstreifen weicher Rückstände.

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